In Vorarlbergs Textilbranche kam es am Montag zu einem Millionenkonkurs. Die Feinjersey-Gruppe mit Sitz in Götzis (Bezirk Feldkirch) meldete Insolvenz beim Landesgericht Feldkirch an. Zahlungsunfähig sind mit Passiva von 8,85 Millionen Euro die feinjersey group GmbH und mit 5,72 Millionen Euro die Tochtergesellschaft feinjersey fabrics GmbH, teilten Gläubigerverbände Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) und der KSV 1870 in Aussendungen mit. Betroffen sind 86 Beschäftigte.
Die feinjersey fabrics entwickelt und produziert unter dem Markennamen „dfine“ mit 73 Mitarbeitenden gewirkte und gestrickte Stoffe für Bekleidung, Technik, Interieur und weitere Anwendungen. Die Stoffe werden von der Schwestergesellschaft feinjersey colours GmbH & Co KG veredelt und gefärbt. Die Insolvenz wird auf einen Großbrand in der Neujahrsnacht 2021/2022 in dieser Gesellschaft zurückgeführt. Die zerstörte Färbe- und Ausrüstanlage habe mit hohem Aufwand wieder errichtet werden müssen. Daher sei über lange Zeit kein bzw. ein nur eingeschränkter Betrieb möglich gewesen, was zu einem Stillstand der gesamten Gruppe geführt habe, so die Angabe im Antrag. Dazu kam eine immer schlechter werdende Marktlage in der Textilindustrie.
Hohe Eventualverbindlichkeiten
Die Passiva der feinjersey fabrics belaufen sich nun auf 5,72 Millionen Euro, ihnen sollen Aktiva von 1,3 Millionen Euro gegenüberstehen. In die Insolvenz geriet ebenso die 1977 gegründete Mutter feinjersey group mit 13 Dienstnehmern und Passiva von 8,85 Millionen Euro, davon seien rund 8,46 Millionen Euro als Eventualverbindlichkeiten angeführt worden, hieß es. Die Aktiva beliefen sich auf rund 450.000 Euro.
Ob eine Fortführung der Unternehmen geplant bzw. eine Entschuldung möglich ist, könne derzeit noch nicht gesagt werden, so die Gläubigerverbände. Darüber müssen die Masseverwalter entscheiden. Gläubigerforderungen können bis zum 23. April angemeldet werden, die ersten Prüfungstagsatzungen finden am 7. Mai statt.