Grüner Wasserstoff gilt weltweit als Schlüsseltechnologie für die Industrie der Zukunft. Seit 2020 treibt das Land Kärnten Wasserstoff-Projekte mehr oder weniger erfolgreich im Bundesland voran. Bereits zum vierten Mal fand am Montag der Kärntner Wasserstoffgipfel statt. „Angefangen haben wir mit einer Handvoll Teilnehmer. Dieses Mal hatten wir 180 nationale und internationale Anmeldungen und mussten sogar eine Warteliste machen“, sagt Wirtschafts- und Energiereferent Sebastian Schuschnig (ÖVP). Er wertet das rege Interesse als sichtbares Zeichen, dass es Kärnten gelungen sei, sich neben der Steiermark und Oberösterreich als „Hydrogen Valley“ zu positionieren. Darüber hinaus liegt das Bundesland direkt an einer Pipeline, die in den kommenden Jahren maßgeblich für den Wasserstoff-Import aus Nordafrika sein wird.

Fünf Pilot-Projekte

Als Modellregion wird es fünf Pilotprojekte in Kärnten geben, in die insgesamt 54 Millionen Euro fließen werden. Details dazu nennt Schuschnig noch nicht, da offenbar noch nicht alle Eckpunkte mit den beteiligten Unternehmen fixiert wurden. Im Zuge des Wasserstoff-Gipfels will Kärnten in diesem Bereich nationale und internationale Kooperation stärken. Darüber hinaus ist eine Million Euro vom Land Kärnten für die Förderung besonders innovativer Wasserstoff-Projekte reserviert.

Importe

Rund 130.000 Tonnen grauer Wasserstoff werden derzeit pro Jahr in Österreich gebraucht. „Ein großer Teil für die Düngemittelerzeugung, ein weiterer für die chemische und die Metall-Industrie und einiges für die Energiewirtschaft“, sagt Wolfgang Anzengruber, Beiratsvorsitzender der österreichweiten Plattform Hydrogen Partnership Austria. Um die Transformation der Industrie voranzutreiben, soll der aus Erdgas gewonnene graue Wasserstoff durch aus sauberem Strom gewonnenen grünen Wasserstoff ersetzt werden. Das ist eine besondere Herausforderung vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig der Bedarf bis Mitte der 2030er-Jahre auf rund 1,4 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff anwachsen wird. Es sei laut Anzengruber also schon jetzt klar, dass nur ein Viertel des Bedarfs in Österreich selbst erzeugt werden kann und der Rest importiert werden muss. Neben dem Import aus Afrika, wird jener aus Skandinavien und aus der Ukraine forciert. Bestehende Gasleitungsinfrastruktur wird dafür umgerüstet.