Die europäischen Börsen haben am Montag mit deutlichen Abgaben eröffnet. Der Euro-Stoxx-50 verlor rund eine Stunde nach dem Handelsstart 2,34 Prozent auf 5.994,93 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 2,02 Prozent tiefer bei 24.772,68 Zähler. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 1,02 Prozent auf 10.799,69 Einheiten.
Auch die Wiener Börse hat den Handel am Montag nach der Eskalation im Nahen Osten mit deutlichen Verlusten aufgenommen. Rund 30 Minuten nach Sitzungsbeginn notierte der heimische Leitindex ATX mit minus 1,98 Prozent bei 5.588,67 Punkten. Der ATX Prime gab um 2,14 Prozent auf 2.779,33 Zähler nach. An den europäischen Leitbörsen ging es ebenfalls mit den Aktienkursen bergab.
Reise- und Touristikbranche stark betroffen
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran schickt den Aktienmarkt in Europa zum Wochenauftakt auf Talfahrt. Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei, getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
Betroffen von Verlusten ist vor allem die Reise- und Touristikbranche. Die Werte von TUI verloren rund 8 Prozent, Lufthansa gaben um 2,75 Prozent nach. Der starke Ölpreisanstieg belastet zudem Papiere aus dem Chemiesektor. So sanken BASF, Evonik, Wacker Chemie und Lanxess etwa um mehr als zwei Prozent. Höhere Kosten für Öl drohen die Gewinne zu schmälern. Auch Bankenwerte zeigten sich im Minus, so etwa die Deutsche Bank (minus 3,68 Prozent) oder die Commerzbank (minus 3,09 Prozent).
Die Papiere aus der Rüstungs- sowie der Energiebranche profitieren hingegen von der Nachrichtenlage. So legten die Kurse von Rheinmetall, Hensoldt, Renk und des Marineschiffbauers TKMS sowie Eni, Total und RWE gegen die allgemeine Marktschwäche teils kräftig zu.
Der Fokus liegt insbesondere auch auf den Energiemärkten: Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten zunächst kräftig zugelegt, sind dann aber wieder etwas gesunken. In der Nacht auf Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte die Nordseesorte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar (69,78 Euro) je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024.
Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) kam mit 75,33 Dollar auf den höchsten Stand seit Juni 2025. Zuletzt lag der Preis je Barrel der Sorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für WTI legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.
Euro deutlich tiefer
Auch Euro hat sich am Montag im Frühhandel nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran unter Druck gezeigt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1710 US-Dollar gehandelt. Am Freitagabend war der Eurokurs noch bei 1,1820 Dollar gelegen. Die Europäische Zentralbank hatte am Freitag den Referenzkurs auf 1,1805 Dollar festgesetzt.