Erst am vergangenen Freitag informierte die Landespolizeidirektion Steiermark über einen besonders drastischen Betrugsfall: Ein 70-jähriger Leobener hatte kürzlich ein E-Mail erhalten, demgemäß seine FinanzOnline-Daten ablaufen würden. Nachdem er auf einer gefälschten Finanz-Site Kontoinformationen eingegeben hatte, kontaktierte ihn einige Tage darauf ein angeblicher Bankmitarbeiter. Bei diesem sogenannten „Spoofing-Anruf“ manipulierten die Betrüger die am Handydisplay des Steirers angezeigte Nummer. Dieser drängte ihn zu einer Erhöhung des Überweisungslimits, am Ende wurden knapp 100.000 Euro abgebucht.
Den Fall nahm auch das Finanzministerium (BMF) zum Anlass, um neuerlich vor „einer zunehmenden Professionalität der Internetkriminalität und einer steigenden Anzahl von Betrugsversuchen“ zu warnen. Diese erfolgen „über verschiedene Kommunikationskanäle wie SMS, E-Mail, Messenger-Dienste, Telefonanrufe und Social Media und über gefälschte Webseiten im Stil von FinanzOnline sowie unter Verwendung von gefälschten Bescheiden“. Was auffällt: „Die Internetbetrüger bedienen sich dabei immer häufiger ausgeklügelter Tricks, um an persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen und sich auf deren Kosten zu bereichern. Sie täuschen vor, dass die Nachrichten von offiziellen Stellen der österreichischen Finanzverwaltung stammen“ – wie zum Beispiel dem Bundesministerium für Finanzen, dem Finanzamt Österreich, dem Zollamt Österreich oder eben FinanzOnline.
Beispiele für gefälschte Nachrichten
Das BMF betont, dass Informationen der Finanz „grundsätzlich in Form von digital signierten Bescheiden erfolgen und per Post oder in die FinanzOnline Databox zugestellt werden“. Dringende Warnung: „Das BMF fordert Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer niemals zur Übermittlung von persönlichen Daten wie Passwörtern, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen auf.“ Informationen zur Amtssignatur und zur Verifizierung amtssignierter Schriftstücke sind auf der Webseite des BMF zu finden.