Im Holzsektor entsteht rund um den regionalen Rohstoff ein innovatives Ökosystem in Kärnten. Nach außen hin wurde dies jüngst auf der weltweit größten Fachmesse für den Gartenbau, der IPM Essen, präsentiert. Gemeinsam mit Kärntner Unternehmen und Partnern aus anderen Bundesländern zog unter anderem ein Kärntner Start-up mit mehreren Innovationen internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Die Rede ist von der Waldaffe GmbH aus Feldkirchen, die mit dem Timber Innovation Network Alpe Adria (TINAA) angereist war. Mit im Gepäck hatte man neue, torf- und kokosfreie Substratlösungen, logistikoptimierte Produkte sowie biobasierte Materialien, die in der Gartenbaubranche aktuell stark nachgefragt werden.
Nischenprodukt für saubere Garteln
Warum es eine holzbasierte Alternative zu herkömmlicher Gartenerde braucht? Nicht alle können schwere Erdsäcke in ein höheres Stockwerk tragen. Auch die Haltbarkeit ist ein Thema und beim „Urban Gardening“ legen Kunden auch Wert auf sauberes Ein- und Umtopfen – etwa in die Beete und Töpfe des Feldkirchener Start-ups Gusta Garden.
Im Onlinehandel gibt es auch viele Zustelldienste, über die keine Blumenerde erhältlich ist. Der problematische Transport ändert sich durch die Pelletalternative von Waldaffe. Bei weniger Gewicht und nur einem Bruchteil des Volumens ist der Versand des „Quellsubstrats“, etwa für Gemüse, zudem billiger. Gibt man dann Wasser hinzu, erhält man das dreieinhalbfache Volumen und quasi die fertige Erde.
Mayr-Melnhof-Tochter als Investor
Bei der Gartenbaumesse wurde auch eine strategische Partnerschaft präsentiert: Mit dem Einstieg der FMMS Holding bei der Waldaffe GmbH trifft ein international agierendes Beteiligungsunternehmen auf frische Innovationskraft aus Kärnten. „Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, neue Märkte in der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu erschließen“, kommentieren Lukas Bürger (Waldaffe) und Rupert Zieseritsch (FMMS) die Zusammenarbeit. Zur FMMS, die sich im Eigentum von Franz Mayr-Melnhof-Saurau befindet, zählen acht Tochterunternehmen und Beteiligungen in vier Ländern mit mehr als 2000 Mitarbeitern.
Eigenes Patent: Substrat als Pellets
„Wir sind begeistert von der Resonanz. Unser Gemeinschaftsstand hat gezeigt, dass Innovation und Kooperation der Schlüssel zum Erfolg sind“, so Bürger, der Mitgründer beider Start-ups ist. Ziel sei es, die Brücke zwischen nachhaltiger Forstwirtschaft und modernem Urban Gardening zu schlagen. Denn der Rohstoff falle in der Region während der täglichen Forstarbeit an.
Für das neue Erde-Substrat in Pelletform wurde bereits ein eigenes Patent angemeldet. Um dieses bestmöglich zu nutzen, bietet Gusta Garden unter anderem modulare Hochbeet-Lösungen, die Design und Funktionalität für Balkon und Terrasse vereinen.