Die OMV hat das Projekt „Tiefenkraft“ in der Steiermark gestoppt. Ein entsprechender Brief des Energiekonzerns an die Verantwortlichen von Holding Graz, Energie Graz und Energie Steiermark sorgte am Freitag für Aufsehen und am Samstag bereits für teils heftige Polit-Reaktionen. Zur Erinnerung: Dieses Tiefengeothermieprojekt mit einem Investitionsvolumen von fast 500 Millionen Euro sollte ab 2030/2031 heißes Wasser aus der Oststeiermark über neue Leitungen in den Großraum Graz bringen und dort rund die Hälfte der Fernwärmeversorgung abdecken. So der Plan. Nach langen Verhandlungen lagen aus Sicht der OMV ausverhandelte und unterschriftsreife Verträge vor, mangels nötiger Beschlüsse der Stadt Graz blieb die finale Einigung aber aus, begründet die OMV den Stopp. Stadt und Holding argumentieren damit, dass nach Detailanalysen aufgrund zu großer Haftungsrisiken und einer für die Energie Graz unvorteilhaften Haftungsaufteilung keine solche „harte Patronatserklärung“ abgegeben werden konnte. Darauf hätte man hingewiesen, eine Verschiebung des Projekts kam für die OMV nicht infrage.
Geplatztes Geothermie-Projekt
120 Millionen Euro: Energie Steiermark will Grazer Fernwärmesparte kaufen
Geplatztes Geothermie-Projekt schlägt Wellen: Die Energie Steiermark will nun um 120 Millionen Euro die Fernwärmesparte von der Energie Graz übernehmen, um das Projekt doch noch mit der OMV realisieren zu können. Grazer Bürgermeisterin Kahr kontert: „Ein Verkauf der städtischen Fernwärme an die Energie Steiermark kommt für uns nicht infrage.“ Holding sieht „befremdliches“ Vorgehen des Landesenergieversorgers.
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