Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat im ersten Quartal 2025/26 mehr Umsatz erzielt, jedoch seinen Verlust von 34,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 55,9 Millionen Euro ausgeweitet. Belastet haben vor allem negative Wechselkursentwicklungen, das Unternehmen spürt aber nach wie vor Preisdruck. Hinzu kommen Anlaufkosten für die beiden neuen Werke im malaysischen Kulim und in Leoben. Mit einem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wartet das Unternehmen noch ab.

Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 398,9 Millionen Euro. Getrieben wurde die Entwicklung vor allem von einer positiven Volumenentwicklung, die negative Währungseffekte und Preisdruck ausgleichen konnte, schreibt das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung. Die gestiegenen Volumina stützten auch das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA), das um 9,4 Prozent auf 70,6 Millionen Euro zulegte.

„Trotz der positiven Entwicklung führt AT&S sein umfassendes Kostenoptimierungs- und Effizienzprogramm intensiv fort, um den aus dem weiterhin schwierigen Marktumfeld resultierenden Effekten wie Preisdruck und Inflation gegenzusteuern,“ hieß es in der Aussendung. Anlaufkosten für die beiden neuen Werke in Kulim und Leoben belasteten das Ergebnis zusätzlich, ebenso wie erhöhte Abschreibungen wegen neuer Anlagen und Technologie-Upgrades, die das Betriebsergebnis (EBIT) von minus 8,1 Millionen Euro auf 16,3 Millionen Euro drückten. Auch das Konzernergebnis rutschte mit minus 55,9 Millionen Euro tiefer in den roten Bereich.

Einfluss der Zölle auf Markt unklar

„Es herrscht immer noch kein klares Bild wie die US-amerikanische Regierung künftig mit Einfuhrzöllen für Waren in die USA umgehen will“, so das Unternehmen. Für die eigenen Produkte rechnet AT&S nicht mit großen Auswirkungen, auf die Endprodukte für Kunden könnte es aber sehr wohl „erheblichen Einfluss“ haben -„und damit dann auch auf die Nachfrage nach Produkten von AT&S“. Zudem seien die Auswirkungen auf die Wechselkurse unklar. „Der Vorstand hat daher entschieden, mit der Jahresprognose 2025/26 zu warten“.

Im zweiten Quartal will der Vorstand nun beobachten, ob das volatile Bestellverhalten eines großen Kunden anhält. Zudem erwartet AT&S, dass die Anlaufkosten für Kulim Ergebnis und Umsatz im ersten Halbjahr weiterhin belasten werden. Für das erste Halbjahr wird ein Umsatz von 820 Millionen Euro angepeilt.

Aktienkurs knickt um 20 Prozent ein

Die AT&S-Aktie hat am Donnerstagvormittag mit deutlichen Kursverlusten auf die in der Früh vorgelegten Quartalszahlen reagiert. Kurz vor 16:30 Uhr lag der Kurs mit deutlichen 19,6 Prozent im Minus.

Das erste Quartal hat zwar ein Anziehen der Nachfrage gezeigt, die jüngste Dollar-Schwäche habe aber eine positivere Entwicklung verhindert, schreiben die Analysten der Erste Group in einer ersten Reaktion. AT&S verbucht einen großen Teil seiner Umsätze in der US-Währung. Insgesamt bewege sich der Konzern aber weiter in die richtige Richtung, so die Experten.