„Zaghaft“, „unsicher“, „zart“, „vorsichtig“ – das Repertoire an Relativierungsvokabular ist bemerkenswert, wenn es um die Einordnung der jüngsten Konjunkturdaten für Österreich geht. Nach mehr als zwei Jahren dürfte die Rezession heuer zu Ende gehen. Haben die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS noch Ende März eine Fortsetzung der ruppigen Talfahrt für das Gesamtjahr erwartet, wird nun zumindest eine Stagnation bzw. ein ganz leichtes Plus für Österreichs Wirtschaft prognostiziert. Ja, das ist eine gute Nachricht. Ja, darüber darf man sich – so dünnstrahlig der Lichtblick auch sein mag – auch freuen. Und ja, das kann nach Jahren der bleiernen Ummantelung zu einer Stimmungsaufhellung beitragen. Kann. Denn Voraussetzung dafür ist eine seriöse Einordnung, ein realistisches Erwartungsmanagement. Zufriedenheit oder gar Euphorie sind völlig fehl am Platz.
Leitartikel
Das Ende der Rezession naht, doch einen Boom gibt‘s im Bummelzug nicht
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