Von Samstag bis Samstag - das war einmal. Wochenbucher sind rar geworden im Kärntner Tourismus, von 14-tägigen Urlauben ganz zu schweigen. Und dieser Sommer scheint an kurzfristig buchenden Kurzurlaubern neue, minimalistische Maßstäbe zu setzen. „Die Gäste kommen zu Events wie dem Ironman oder der Starnacht. Sie kommen für zwei, maximal drei Nächte. Ob sie kommen, entscheiden sie nach einem Blick in die Wetter-App“, sagt Gerald Egger, der in Krumpendorf das Apartment-Hotel Feel Good mit eigenem Seegrund betreibt. Die Folge: Der Aufwand für den Beherbergungsbetrieb steigt, das Personal muss (sofern vorhanden) bis aufs Äußerste flexibel eingesetzt werden. Immerhin nehmen die Direktbuchungen gegenüber den Plattform-Buchungen, die die Hoteliers Provisionen kosten, wieder zu, bemerkt Egger, der die Geschäftslage aktuell als „durchwachsen“ beschreibt.

Wenngleich sie jetzt im Juni - und überhaupt über das Fronleichnams-Wochenende - ausgebucht ist, stellt auch Elisabeth Berndl, die das Vier-Sterne-superior-Hotel Seefischer am Millstätter See betreibt, fest, dass „immer kurzfristiger“ gebucht wird. Und auch Katharina Wrann, deren Familie das Seehotel Europa in Velden führt, nimmt eine noch stärkere Tendenz zu Last-Minute-Buchungen wahr. Wrann ist positiv gestimmt: „Ich bin dankbar für die gute Vorsaison. Derzeit kracht es bei uns, weil das Feiertags-Wochenende mit dem Sportwagenfestival zusammenfällt. Es dürfte ein guter Sommer werden“, meint Wrann. Rüdiger Lercher vom Hotel Felsenhof in Bad Kleinkirchheim bläst ins selbe Horn: „Die kurzfristigen Buchungen bedeuten immer mehr Aufwand für uns. Aber ich darf nicht klagen. Wir sind gut gebucht - auch dank Motorrad-Gruppen. Woran es genau liegt, kann ich nicht sagen. Allerdings: Wir haben unser Niveau von der Vor-Corona-Zeit noch nicht wieder erreicht.“

„Ich gehe davon aus, dass es ein normaler Sommer wird“, lautet die Einschätzung von Georg Overs, dem Geschäftsführer der Tourismusregion Villach. „Freilich sind noch Kapazitäten frei, man bemerkt hier sehr wohl die allgemeine Konsumzurückhaltung“, gibt er zu. „Aber jetzt hilft erst einmal das gute Wetter und die gute Wettervorhersage. Das ist verdientes Glück.“ Auch Overs spricht die kurzfristigen Buchungen an - „das ist nun einmal so“.

Herausfordernd ist ein Wort, das Sparten-Obmann Josef Petritsch - er selbst führt das Hotel Marko am Klopeiner See - in dieser Saison öfter gebrauchen muss. „Es wird sehr, sehr kurzfristig gebucht“, sagt Petritsch. Immerhin geht er davon aus, „dass der Juni den verhaltenen Mai ausgleichen wird“ und verrät, dass die „Vorbuchungen jenen vom Sommer 2024 entsprechen“.