Die Aktien des oberösterreichischen Spezialmotorenbauers Steyr Motors setzen ihre jüngste Kursrallye fort. Aktien von Steyr Motors kletterten am heimischen Aktienmarkt erneut deutlich nach oben – um 140 Prozent auf 216,00 Euro. Bereits am Freitag waren die Anteile im direct market plus Segment um 76,5 Prozent nach oben gesprungen. Der Interessensverband für Anleger (IVA) spricht von einem „Mini-Casino“.
„Zocker treiben mit ein paar Aktien den Kurs auf ein Fantasieniveau“, schreibt IVA-Vorstand Florian Beckermann in einer Aussendung. „Selbst die besten Fundamentaldaten können das kaum rechtfertigen. Zur Dramaprävention sei Anlegern höchste Vorsicht empfohlen.“ Neben Wien ist das Unternehmen auch in Frankfurt gelistet.
Langfristige Rahmenverträge bekannt gegeben
Am Freitag machte Steyr Motors einen langfristigen Rahmenauftrag in Brasilien öffentlich. Der Auftragsbestand des Konzerns bis 2027 steige damit auf fast 200 Millionen Euro, teilt das seit Anfang Februar an der Wiener Börse notierte Unternehmen am Freitag in einer Aussendung mit. Der oberösterreichische Spezialmotorenbauer Steyr Motors hat nach dem Kurssprung zu Wochenbeginn Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt, die Zuwächse bei Umsatz und Gewinn ausweisen. Die Erlöse stiegen um 9,2 Prozent auf 41,7 Millionen Euro, der bereinigte operative Gewinn (EBIT) kletterte von 3,6 Millionen auf 10,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zurückzuführen seien die Steigerungen unter anderem auf die hohe Nachfrage nach Militärgütern.
Steyr Motors produziert Hochleistungsmotoren, etwa als Hauptantrieb in militärischen Spezialfahrzeugen, Booten (sowohl militärische als auch zivile) sowie als Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven. Den Großteil des Umsatzes machen Produkte für militärische Zwecke aus. So auch 2024: Der Bereich „Defense“ habe mit einem Anteil von 61 Prozent weiterhin den größten Beitrag zum Gesamtumsatz geleistet und sei um 6,9 Prozent auf 25,6 Millionen Euro gewachsen, schrieb das Unternehmen in einer Aussendung.
Wachstumsimpulse brachte nach Unternehmensangaben auch die Expansion in den asiatischen Raum mit neuen Vertriebskanälen in Taiwan, Vietnam und Indonesien. Zudem sei die „MENA-Region“ (Nahost und Nordafrika, Anm.) als „strategische Wachstumsregion“ definiert und das Vertriebsnetz dort ausgebaut worden. In den USA habe das Unternehmen die Belieferung der US Navy Seals mit Motoren weiter intensiviert.
Positiver Ausblick
„Wir erleben derzeit ein sehr dynamisches Nachfragewachstum für unsere Produkte im Defense-Bereich, aber auch im zivilen Sektor. Unsere Expansionsaktivitäten insbesondere nach Asien, wo wir vor allem bei maritimen Anwendungen unsere Expertise und Marktposition nutzen, tragen Früchte“, kommentierte CEO Julian Cassutti die Geschäftsentwicklung. Der Ausblick ist daher positiv: Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet Steyr Motors gegenüber 2024 mit einem Umsatzanstieg von mindestens 40 Prozent, bei mindestens 1.250 produzierten Motoreinheiten (Vorjahr: 729 Motoreinheiten). Für das Geschäftsjahr 2024 soll eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.