Wie befürchtet, sprang die Inflation im Jänner kräftig nach oben: Mit 3,2 Prozent laut Statistik Austria noch etwas deutlicher, als man ursprünglich erwarten musste. Zum Vergleich: Im Dezember 2024 lag die Teuerung nur bei 2,0 Prozent.

Bei der Ursachenforschung führt Wifo-Inflationsexperte Josef Baumgartner auch die Preise für Dienstleistungen ins Treffen, die fast die Hälfte des Warenkorbes repräsentieren. Deren Inflationsbeitrag lag im Jänner trotz vergleichsweise gesunkenen Lohnauftriebs bei 4,6 Prozent, erwartet wurden etwa 4 Prozent. Nicht überraschend kam hingegen der Preisschub durch die Energiekosten. Die Teuerungen bei Strom – durchschnittlich plus 35,3 Prozent, der Einfluss auf die Inflationsrate beträgt plus 0,7 Prozentpunkte – waren die Hauptpreistreiber im Vergleich zum Vormonat.

Bekleidungsartikel günstiger, Strom teurer

Ins Gewicht fielen hier die auslaufende Strompreisbremse, teurere Netzentgelte bei Strom und Erdgas, die Ökostromkosten sowie höhere CO2-Steuern. Ohne die Preisentwicklung bei Strom läge die Inflation im Jänner bei 2,4 Prozent. Im Vergleich zum Dezember legte das durchschnittliche Preisniveau in Österreich um 1,0 Prozent zu. Als Hauptpreisdämpfer erwiesen sich aufgrund des Schlussverkaufs billigere Bekleidungsartikel mit durchschnittlich minus 10,5 Prozent, der Einfluss auf die Inflation beträgt minus 0,32 Prozentpunkte.

Gastronomie, Hotellerie teurer

Einmal mehr wiesen hierzulande auch Restaurants und Hotels mit plus 5,6 Prozent – Einfluss auf die Inflation: plus 0,73 Prozentpunkte – eine überproportionale Teuerung auf. Wenngleich eine geringere als im Dezember, damals waren es 6,2 Prozent. „In der Gastronomie war die Teuerung fast doppelt so stark wie der allgemeine Preisanstieg“, erklärt Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Lebensmittel verteuerten sich zwar etwas mehr als noch im Dezember, dennoch war der Preisanstieg im Jänner nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflation.

Eklatant verteuerten sich im Jänner gegenüber dem Vorjahresmonat Flugtickets: um 31,3 Prozent. Deren Einfluss auf die Inflationsrate beträgt plus 0,15 Prozentpunkte. Der von der Statistik Austria erhobene Mikrowarenkorb für den täglichen Einkauf verteuerte sich im Jänner im Jahresabstand um 3,7 Prozent, der Miniwarenkorb um 3 Prozent.

Neunhöchste Inflationsrate

Österreich katapultiert sich im EU-Vergleich mit der neunthöchsten Inflationsrate wieder ins obere Drittel. Getrieben von steigenden Energie- und Dienstleistungspreisen zieht die Inflation allerdings im gesamten Euroraum an, die Lebenshaltungskosten erhöhten sich im Jänner um 2,5 Prozent.

Der höchste Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) wurde in Ungarn (5,7 Prozent), Rumänien (5,3 Prozent) und Kroatien (5,0 Prozent) gemessen. Die niedrigsten Inflationsraten wurden in Dänemark (1,4 Prozent), Irland, Italien und Finnland (jeweils 1,7 Prozent) verzeichnet

Den Höhepunkt des Inflationsschubes in diesem Jahr dürften wir zwar schon hinter uns haben, der Rückgang des Preisauftriebs bei den Dienstleistungen auf 3,25 bis maximal 3,5 Prozent soll gegenüber dem Jahr 2024 (5 Prozent) dämpfend wirken. Dennoch ist es noch ein zäher Weg zurück Richtung EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent. „In diesem Jahr kann sich das erst zu Ende der zweiten Jahreshälfte wieder ausgehen“, so Wifo-Ökonom Baumgartner. Die Wifo-Prognose – 2,3 Prozent Inflation 2025 – werde sich wohl nicht nicht mehr ausgehen: „Ich gehe von 2,6 bis 2,7 Prozent Inflation 2025 aus.“

Zinsentscheid der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB), die kommende Woche wieder über den Leitzins entscheidet, verfehlt ihr Ziel von zwei Prozent übrigens deutlich. Die Währungshüter sind jedoch zuversichtlich, dass sie es im Laufe des Jahres erreichen werden.