Die italienische Großbank UniCredit hat beim Gewinn und den Gesamterlösen im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. UniCredit nannte am Dienstag einen Quartalsüberschuss von 1,97 Mrd. Euro bei Einnahmen von sechs Milliarden Euro. Von der Bank befragte Analysten hatten im Schnitt 1,44 Milliarden Euro Gewinn und 5,89 Mrd. Euro an Erlösen prognostiziert. Auch die Tochter Bank Austria konnte ihren Gewinn steigern.
Bis 2027 werde für die UniCredit gesamt ein Nettogewinn von 10 Milliarden Euro angestrebt, erklärte das an der Commerzbank interessierte Mailänder Kreditinstitut. Die zweitgrößte Bank Italiens hatte im Dezember erklärt, sie kontrolliere inzwischen etwa 28 Prozent der Commerzbank-Anteilsscheine, davon halte sie rund 9,5 Prozent der Aktien direkt. Auf weitere 18,5 Prozent habe sich UniCredit Zugriff durch Derivate gesichert.
Die Commerzbank wertet das Vorgehen als feindlich, Management und Arbeitnehmervertreter des Frankfurter Geldhauses pochen auf ihre Selbstständigkeit. Die Commerzbank hatte ihr Nettoergebnis 2024 um rund 20 Prozent gesteigert und wehrt sich mit einem Aktienrückkauf gegen die UniCredit-Annäherung.
Bank Austria steigert Gewinn
Für das Österreich-Geschäft, die Bank Austria, weist die UniCredit im vierten Quartal 2024 einen Nettogewinn von 289 Millionen Euro aus, nach 192 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr stand ein Gewinn von 1,29 Milliarden Euro unterm Strich, das waren um 14,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Einnahmen entwickelten sich positiv. Der Zinsüberschuss stieg 2024 um 1,9 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro an, der Provisionsüberschuss legte um 7,7 Prozent auf 798 Millionen Euro zu. Die Kostenquote (Cost-Income-Ratio/CIR) verbesserte sich auf 37,8 Prozent (2023: 39,2 Prozent). Das Kundenkreditvolumen sank um 5,3 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen erhöhten sich dagegen um 1,6 Prozent auf ebenfalls 60,5 Milliarden Euro.