Der Fördertopf für die E-Mobilität leerte sich noch früher als erwartet: Auf der Jahres-Endabrechnung stehen rund 25.000 geförderte Ladepunkte sowie 18.000 geförderte Fahrzeuge. Die E-Auto-Bilanz des Jahres.
Nun befürchtet man jedoch eine Bremsspur am Elektro-Markt – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da das Geschäft mit der E-Mobilität wieder angesprungen ist. Denn mit dem Leeren des Fördertopfes fällt der 3000-Euro-Anteil des Bundes beim Kauf eines privaten E-Autos weg. Übrig bleibt, wie die meisten Importeure bestätigen, deren Förder-Anteil in der Höhe von 2400 Euro inklusive Steuer.
Für die Auto-Branche ist der Wegfall der staatlichen Förderung ein Schock. Jeder erinnert sich an den E-Auto-Förderstopp in Deutschland: In der Folge kippte der E-Auto-Markt in Deutschland, die Verkaufszahlen fielen monatlich um bis zu 69 Prozent.
Kommentar
Preisreduktionen fürs E-Auto
Der leere Fördertopf ist auch deshalb so prekär, weil die Importeure und Hersteller eine Reihe von Aktionen inszeniert haben, um das Geschäft mit der E-Mobilität überhaupt anzukurbeln. Und ausgerechnet jetzt fahren günstigere E-Autos auf die Straße.
Der ID.3 von Volkswagen kommt bei einem Startpreis von 34.390 Euro zum Beispiel mit allen Incentives und Förderungen sogar auf unter 22.000 Euro. Egal, ob VW, Renault, Audi, Ford, Dacia, Stellantis, Kia, Hyundai, BYD, MG, Skoda, BMW, Mercedes – alle versuchen derzeit die E-Mobilitäts-Verkäufe zu beschleunigen. Denn nur so können die Hersteller milliardenschwere CO2-Strafen (wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden) vermeiden.
Staatliche Förderungen fürs E-Auto übernehmen?
Ein kurzer Rundruf zeigt aber: Ein Großteil der Branche wird den Ausfall der 3000 Euro vorerst nicht übernehmen können. Die Porsche-Holding (VW, Skoda, Cupra, Audi) winkt vorerst ab, genauso Denzel (BYD, MG, Maxus) oder Hyundai und Kia. Man verhandelt erst mit den Herstellern, wird erklärt. Alleine könne man diese Summen nicht stemmen. Zu viel wurde in Aktionen gesteckt, man sei am Limit, heißt es durch die Bank sinngemäß. Außer die Hersteller selbst greifen in die Tasche und kompensieren die 3000-Euro-Elektroförderung des Staates.
Fünf Hersteller zahlen den staatlichen Anteil
Aber es gibt Ausnahmen. Renault wird zum Beispiel ausscheren und die 3000 Euro Förderung des Staates bis Ende Februar für Privatkunden weiterführen. „Um Kunden und Händler zu unterstützen“, wird seitens von Renault verlautbart. Bei Nutzfahrzeugen übernimmt man 50 Prozent. Weiter gehen Toyota, Lexus und Mini – diese Marken übernehmen in Österreich den Staatsanteil bis 31. März.
Im Stellantis-Konzern (Fiat, Citroen, Jeep, Alfa Romeo, Opel . . .) wird man bis auf Peugeot den staatlichen Förderanteil nicht übernehmen. Offiziell heißt es: „Peugeot beispielsweise wird als alternatives Angebot zu anderen Aktionen den staatlichen Anteil der ausgelaufenen Elektromobilitätsförderung kompensieren, eine volle, zusätzliche Übernahme des staatlichen Bonus zu allen bestehenden Aktionen ist finanziell natürlich nicht darstellbar.“
Offen bleibt freilich: Wenn zwei ausscheren - wer kann es sich in der Folge leisten nicht mitzumachen?
„Schlecht für das E-Auto-Geschäft“
Ein Hintertürl gibt es natürlich für alle: Andere Aktionen und Incentives kann man zurückfahren und dafür den staatlichen Anteil ersetzen. Einige wollen jedoch keinen Präzedenzfall gegenüber der Politik schaffen und den staatlichen Anteil selbst übernehmen. Einig sind sich alle darüber, dass das Ende des Fördertopfes zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt kommt: „Eine Unsicherheit mehr, und das ist schlecht für das Geschäft“, sagt etwa Denzel-Vorstand Hansjörg Mayr.