Die wichtigsten Börsen Europas haben am Montag mit teilweise deutlichen Gewinnen geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag mit einem Plus von 2,36 Prozent und 4.986,64 Punkten. Der deutsche DAX stieg um 1,56 Prozent auf 20.216,19 Zähler. Der britische FTSE befestigte sich um 0,31 Prozent auf 8.249,66 Punkte. In Wien konnte der ATX am Feiertag um 0,75 Prozent zulegen. Stark gesucht waren zum Wochenauftakt europaweit Technologiewerte.
Vor allem Halbleiterwerte konnten an den Börsen in Europa und den USA deutlich zulegen, nachdem Microsoft Milliarden-Investitionen in seine KI-Rechenzentren angekündigt hatte. Der Softwarekonzern will im laufenden Geschäftsjahr rund 80 Milliarden US-Dollar investieren. Die Ankündigung fachte den KI-Boom und die gute Börsenstimmung für Techaktien weiter an.
Die mit Abstand größten Gewinner im Euro-Stoxx-50 waren vor diesem Hintergrund die Aktien der Halbleiterkonzerne ASML und Infineon mit Gewinnen von 8,7 bzw. 7,3 Prozent. In Paris fanden sich die Titel des Halbleiterunternehmens STMicroelectronics mit einem Aufschlag von 7,9 Prozent ganz oben im Leitindex CAC-40.
In London wurde die gute Börsenstimmung von den Verlusten der Indexschwergewichte Unilever und Rolls-Royce gebremst. Aktien von Unilever verloren 2,5 Prozent. Aus Bewertungssicht rückten die Papiere des Konsumgüterherstellers näher an die Spitze des Sektors, was nicht gerechtfertigt sei, schrieb Analyst James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Rolls-Royce fielen um 2,6 Prozent und litten damit ebenfalls unter einem Analystenkommentar. Der Experte Charles Armitage von der US-Bank Citigroup hatte seine Kaufempfehlung für die Papiere des Flugzeugtriebwerkbauers gestrichen.
Nur kurzfristige Hoffnung rund um Auto-Aktien
Für gute Stimmung insbesondere bei Automobilwerten sorgte kurzfristig auch ein mittlerweile dementierter Zeitungsbericht, dem zufolge die Handelspolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump weniger restriktiv als befürchtet ausfallen könnte. Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass Trump zwar die Einführung von Zöllen auf alle Länder plane, diese jedoch auf bestimmte kritische Importe beschränkt sein sollten. Trump dementierte inzwischen und sagte, die Tageszeitung „behauptet fälschlicherweise, dass meine Zollpolitik zurückgefahren wird.“ Dies sei aber nicht der Fall, betonte der Republikaner auf der Plattform „Truth Social“.
Microsoft baut Rechenzentren massiv aus
Dominierendes Börsenthema ist aber die Ankündigung des Softwareriesen Microsoft, allein im laufenden Geschäftsjahr rund 80 Milliarden Dollar (77,51 Milliarden Euro) in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz stecken zu wollen. Mehr als die Hälfte werde in den USA investiert, betonte der Software-Riese in einem Blogeintrag. Das aktuelle Geschäftsjahr von Microsoft läuft noch bis Ende Juni. Die zusätzliche Rechenpower soll zum Training von KI-Modellen und der Einführung von Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz rund um die Welt dienen, hieß es. Microsoft wurde durch einen milliardenschweren Pakt mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zu einem Vorreiter beim Einsatz von KI-Software und versucht, sie in die gesamte Produktpalette zu integrieren.
Microsoft sorgt bereits mit Atomenergie vor
KI-Software wird mit gewaltigen Mengen aller möglicher Daten angelernt - und das benötigt enorme Computer-Ressourcen. Die bereits riesigen Rechenzentren dafür verbrauchen viel Energie.
Bereits im Herbst wurde angekündigt, dass ein Reaktor im stillgelegten US-Atomkraftwerk Three Mile Island wieder hochgefahren werden soll, um Strom für Rechenzentren von Microsoft zu liefern. Der Konzern sagte zu, die produzierte Energie 20 Jahre lang abzunehmen. Es wird das erste Mal sein, dass ein stillgelegtes Atomkraftwerk in den USA wieder ans Netz geht.