Die heimische Gastronomie sei derzeit vielerorts „sehr, sehr gut gebucht und auch besucht“, betont Klaus Friedl. Der Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer zieht ein positives Zwischenfazit für den Jahresausklang, „auch an den Weihnachtsfeiertagen sei die Frequenz sehr hoch gewesen, „es gab zum Teil Zuschriften von Gästen, die sich beklagt haben, dass sie bereits im November keinen Platz in Lokalen mehr reservieren konnten“, so Friedl. Tatsächlich sei es ratsam, für größere Weihnachtsfeiern bereits im Sommer zu buchen.
Einige Gaststätten haben eine Art Weihnachtsurlaub eingeführt, „da geht es auch darum, dass wir unsere Beschäftigten hegen und pflegen müssen, da sind Schließtage an den Weihnachtsfeiertagen oder reduzierte Öffnungszeiten in manchen Betrieben im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch eine Art Sozialleistung“, sagt Friedl. Das bekräftigt auch sein Kärntner Kollege Stefan Sternad und kritisiert: „Derzeit gibt es zu wenig finanzielle Anreize für Arbeit an den Feiertagen. Wäre diese steuerfrei, würde den Mitarbeitern mehr davon bleiben.“ Dafür würden etliche auch leichter auf die gemeinsame Zeit mit der Familie an den Feiertagen verzichten.
„Mitarbeiterbedarf ist immer gegeben“
Der Mitarbeiterbedarf sei trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Kulisse „immer gegeben, vor allem im gut qualifizierten Bereich bräuchten wir zusätzliche Beschäftigte“. Zuletzt seien die Lehrlingszahlen in der Branche rückläufig gewesen, „wir müssen daher auch immer stärker auf Learning by doing setzen, also praktische Ausbildung von ungelernten Mitarbeitern im laufenden Betrieb“. Dass der Bedarf nach wie vor hoch sei, haben laut Friedl die Konkursfälle der Kika/Leiner-Restaurants gezeigt, „hier gab es sofort großes Interesse in der Branche, den Betroffenen neue Stellen anzubieten“.
Der Blick auf die kommenden Tage rund um den Jahreswechsel falle ebenfalls verheißungsvoll aus. Immer mehr Vereine und kleinere Firmen würden zudem statt einer Weihnachtsfeier in der Trubel-Zeit eigene Jahresabschlussfeiern, beispielsweise Mitte Jänner, planen. „Das ist auch für die Gastronomie abseits der Tourismus-Zentren gut, weil sich das dann besser aufteilt und ein Jänner-Loch vermieden oder zumindest abgefedert werden kann“, so Friedl. Die Sonne habe dieser Tage der Gastronomie in die Hände gespielt, betont Sternad. „Bei diesem Traumwetter sind viele unterwegs und lechzen nach offenen Lokalen“, sagt der Betreiber des Gasthauses Messnerei am Sternberg. Je nach Standort und Betriebsgröße müsse jedoch jeder Wirt abwägen, ob sich das Aufsperren an oder zwischen den Feiertagen rechne. Restaurants würden oft leichter den nötigen Umsatz erreichen als Cafés. Nur die wenigsten Betriebe seien so flexibel, dass sie kurzfristig, weil Wetter und Frequenz passen, aufsperren können.
„An vielen Schrauben drehen“
Wie es 2025 weitergeht, sei schwer einzuschätzen, die wohl wieder steigenden Energiekosten und steigende Löhne werden aus Friedls Sicht weiterhin dafür sorgen, „dass in der Kalkulation an vielen Schrauben gedreht werden muss“. Es zeige sich aber auch, dass Qualität, ein gutes, gastliches Umfeld sowie vernünftige Preise von Gästen honoriert werden. Mit freudiger Erwartung blickt der Gastro-Obmann auch dem Umstand entgegen, dass es ab 2025 – erstmals seit 2009 – wieder eine Guide-Michelin-Wertung für Köchinnen und Köche in Kärnten und der Steiermark geben wird.