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Nach dem AusBestürzung und Verständnis für die Bärnbacher Narren

Der 1. Bärnbacher Faschingsclub (BFC) ist Geschichte, ein Comeback ist so gut wie ausgeschlossen. Jetzt heißt es für die Gilde, das Ende aufzuarbeiten und sich auf Spurensuche zu begeben.

Macht nach 50 Jahren Schluss: Der 1. Bärnbacher Faschingsclub (BFC) ist Geschichte © Robert Cescutti
 

Es war eine regelrechte Bombe, die am Donnerstag geplatzt ist: Der legendäre 1. Bärnbacher Faschingsclub (BFC) hat seine Faschingssitzungen im Jänner ersatzlos gestrichen – die Gilde löst sich, wie berichtet, nach mehr als 50 Jahren auf. Am Tag danach folgt die Wehmut. „Ich habe viele Reaktionen bekommen, die Leute sind sehr bestürzt und nehmen Anteil“, sagt Guntbert Nossek, der gemeinsam mit Peter Höfler acht Jahre lang die Geschicke der Faschingsgilde geleitet hat. „Die Leute zeigen aber auch großes Verständnis.“

"Ich glaube nicht an Wunder"

Knapp sechs Wochen vor der Premiere hatten die Bärnbacher Narren noch Sage und Schreibe 960 Karten über. Wären die Verantwortlichen auf diesen sitzen geblieben, hätten sie den finanziellen Schaden auffangen müssen – ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Sponsor, der die Ausfälle beim Kartenvorverkauf kompensieren würde, habe bis dato nicht angeklopft. Und würde Nossek auch nicht annehmen wollen. „Dafür ist die Zeit heuer schon zu weit fortgeschritten“, gibt er den Premierentermin am 6. Jänner zu bedenken. „Außerdem glaube ich nicht an Wunder.“ Bedanken möchte er sich aber bei der Stadtgemeinde Bärnbach für die jahrzehntelange Unterstützung: „Alles, was möglich war, hat sie gemacht.“

Ich habe viele Reaktionen bekommen, die Leute sind sehr bestürzt und nehmen anteil, sie zeigen aber auch ein großes Verständnis.

Guntbert Nossek
 

Bestürzt über das Ende zeigt sich auch Karl Christandl, Obmann der Köflacher Faschingsgilde „Kölala“. „Der BFC war eine Säule des steirischen Faschings, der unsere Region repräsentiert hat.“ Von außen möchte er nicht über die Gründe der Auflösung spekulieren, „das ist eine vereinsinterne Geschichte“. Er will die fünfte Jahreszeit auch nicht krank reden: „Humor ist noch gefragt, aber es gibt ein Überangebot.“ Das weiß auch Nossek: „Uns hat es heuer leider massiv getroffen. Viele Stammgäste, aber auch sporadische Zuschauer meinten, sie setzen heuer einmal aus. Sie sind uns ausgefallen.“ Jetzt müsse man das Ende erst einmal aufarbeiten, „wir müssen auch unsere Fehler suchen“.

Karten werden rückerstattet

Für alle jene, sagt Nossek, die bereits Karten gekauft haben, gilt: „Jeder bekommt sein Geld zurück. Ich habe mich auch schon bei vielen gemeldet und mich für ihre Treue bedankt.“ Eine Rückkehr des Faschings nach Bärnbach will Nossek nicht völlig ausschließen. Nur so viel: „Mit Peter Höfler und mir sicher nicht, wir sind auch nicht mehr die Jüngsten. Aber die Tür steht jedem offen.“ Bis jetzt habe sich aber niemand gemeldet. Eine interne Nachfolge an der Spitze war bereits angedacht, „aber es wurde nie darüber gesprochen“, so Nossek.

ORF: "Tut uns leid"

Als langjähriger Teil der ORF-Sendung „Narrisch Guat“ fallen die Bärnbacher Narren auch dort aus. „Es tut uns leid, dass es den BFC nicht mehr gibt. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es keine steirischen Akteure mehr bei ,Narrisch Guat’ gibt“, heißt es vonseiten des ORF.

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