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Stadtwerke VoitsbergWirtschaftsprüfer: Bündnis mit einem "Partner auf Augenhöhe"

Nach eineinhalb Stunden Diskussion wurde Dienstagabend mit den Stimmen von SPÖ, Grüne und Bürgerliste Voitsberg die Abtretung von 49 Prozent der Stadtwerke Voitsberg GmbH an die Stadtwerke Judenburg AG besiegelt.

Der Voitsberger Gemeinderat beschloss mehrheitlich die Abtretung von 49 Prozent der Stadtwerke Voitsberg an die Stadtwerke Judenburg © Rainer Brinskelle
 

Ungewohnt war das Bild am Dienstag, dem 13. Juni, im Sitzungssaal des Voitsberger Rathauses. Dutzende Interessierte drängten in den Saal, um der Gemeinderatssitzung beizuwohnen. Viele Anwesende trugen Mitarbeiterkleidung der Stadtwerke Voitsberg. Und alle wollten wissen, was es nun tatsächlich mit dem Plan, 49 Prozent der Anteile an den Stadtwerken Voitsberg zu veräußern, auf sich hat.

Zuvor wurde aber noch über die Stadtwerke-Bilanz abgestimmt. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 2,5 Prozent auf 11,08 Millionen Euro gesteigert worden, wobei vor allem in den großen Geschäftsbereichen Elektrizitätswerk und Wasserwerk der Umsatz um vier beziehungsweise 6,5 Prozent gesunken war. Der Bilanzgewinn belief sich 2016 auf 207.846 Euro. Dass in solch guten Zeiten ein beträchtlicher Teil des stadteigenen Unternehmens veräußert werden soll, sorgte vor allem in der ÖVP und der FPÖ für Unverständnis. SPÖ und Grüne wiederum fanden, dass nur das Sinn mache: „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wäre die Verhandlungsbasis schlechter – und damit auch das zu erwartende Ergebnis“, meinte Harald Höller von den Grünen.

Gesellschafter

Wirtschaftsprüfer Josef Klug von der Grazer Kanzlei Rabel & Partner, hatte die vorliegenden Beteiligungs-Anbote von Stadtwerke Judenburg  und Energie Steiermark, die je fünf Millionen Euro für 49 Prozent geboten hatten, geprüft. Der Gesamtwert der Stadtwerke Voitsberg wurde mit einer „Unternehmenswertbandbreite“ von 7,659 bis 8,690 Euro ermittelt, die Angebote für 49 Prozent liegen also deutlich über dem Wert des Anteils.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten gespannt die Voitsberger Gemeinderatssitzung Foto © Rainer Brinskelle

Klug empfahl die Vergabe ins Murtal als zweckmäßiger, weil man auf einen „Partner auf Augenhöhe“ stoße. Klug erläuterte, dass die Energie Steiermark zwar ein Anbot über fünf Millionen plus Erfolgskomponente in Höhe bis zu 900.000 Euro vorgelegt hätte. „Diese Komponente wäre aber gewinnabhängig“, erläuterte der Wirtschaftsprüfer dem Plenum.

"Nettes Angebot"

Nur wenn die Stadtwerke Voitsberg zwischen 2017 und 2020 insgesamt mehr als zwei Millionen Euro Gewinn vor Steuern (Ebit) abwerfen würden, wäre der Stadt Voitsberg von den darüberliegenden Einnahmen die Hälfte zugestanden. „2016 betrug das Ebit 230.000 Euro. Wenn man das auf vier Jahre hochrechnet, ergibt das 920.000 Euro, weit weg von den notwendigen zwei Millionen Euro Gewinn. Das Angebot ist nett, aber da würde nie etwas zusätzlich nach Voitsberg fließen“, meinte Klug.

Vizebürgermeister Walter Gaich (ÖVP) forderte, dass die Stadtwerke Voitsberg komplett in eigener Hand bleiben, ebenso wie Stadtrat Markus Leinfellner (FPÖ), der zudem forderte, das Energie-Steiermark-Angebot noch einmal zu überdenken. „Hierbei handelt es sich auch um keinen Verkauf. Die Stadtwerke Judenburg werden Gesellschafter“, konkretisierte Anwalt Wolfgang Klobassa, der die Stadtgemeinde Voitsberg in Rechtssachen vertritt.

 

Die Stadtwerke Voitsberg bleiben die Stadtwerke Voitsberg. Für die Mitarbeiter wird sich nichts ändern. 

Bürgermeister Ernst Meixner

Nach der Diskussion, die knapp eineinhalb Stunden lang dauerte, wurde mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und Bürgerliste Voitsberg (Bürvo) beschlossen, die Stadtwerke Judenburg als Partner ins Boot zu holen. ÖVP, FPÖ und KPÖ stimmten dagegen. Horst-Werner Kovacic (Bürvo) und Höller (Grüne) forderten aber eine Bestandsgarantie für den Elektrofachhandel. Denn sowohl in Judenburg, als auch bei den Stadtwerken Trofaiach und Braunau, an denen sich die Murtaler bereits beteiligt haben, wurde diese Sparte geschlossen. Bürgermeister Ernst Meixner versprach: „Die Stadtwerke Voitsberg bleiben die Stadtwerke Voitsberg. Für die Mitarbeiter wird sich nichts ändern.“

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hornet0605
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Diese Suppe

wird heisser gegessen, als sie gekocht wurde.

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