Keine Entspannung der Situation ist im Rahmen des geplanten Ausbaus des Steinbruches der Klöcher Basaltwerke GmbH &CoKG in Sicht. Wie bereits mehrfach berichtet, hat sich in Tieschen in Form der Bürgerinitiative "Pro Königsberg" heftiger Widerstand gegen das Erweiterungsprojekt formiert, weil aus verschiedensten Gründen um die Lebensqualität gefürchtet wird.

Marsch. Nun marschierten die Tieschenener auch in Graz bei Umweltlandesrat Manfred Wegscheider auf, um ihre Ängste zu schildern und um eine Petition zu übergeben. Weiters wurde vor dem Landhaus in der Herrengasse bei einem Informationsstand auf das Projekt aufmerksam gemacht. Derzeit läuft ja bekanntlich das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, das Ende Februar abgeschlossen sein sollte. Karl Heinz Wohlkinger, Sprecher der Bürgerinitiative, nach dem Besuch beim Landesrat: "Es ist klar, dass er nicht als Schiedsrichter auftreten kann und die Gutachter weisungsfrei sind. Aber er hat uns zugesichert mit der Werksleitung in Kontakt zu treten, damit noch einmal mit uns gesprochen wird und unsere Bedenken Ernst genommen werden."

Kämpferisch. Tieschens Bürgermeister Martin Weber gibt sich kämpferisch: "Bis jetzt haben wir immer auf sachlicher Ebene gearbeitet, waren vernünftig. Aber das muss, wenn kein Einlenken erkennbar ist, ja nicht so bleiben." Und Peter Neubauer hakt ein: "Tatsache ist, dass wir das Projekt, so wie es jetzt geplant ist, nicht akzeptieren. Fläche und Tiefe des Vorhabens sind nicht zumutbar. Und wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen." Die Bürgerinitiative befürchtet bekanntlich negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, Natur und Umwelt, Luftgüte, Erscheinungsbild und eine Lärmbelastung. Und mittlerweile scheint die Zahl jener, die hinter der Bürgerinitiative stehen, ordentlich angewachsen. Von rund 80 Prozent der Bevölkerung, die ihre Unterstützung schriftlich bekundet hat, ist die Rede. Weiters steht der gesamte Gemeindevorstand einstimmig hinter der Protestbewegung.

Arbeitsplätze. Die Angst der Arbeitnehmer im Klöcher Basaltwerk, immerhin geht es dort um 60 Arbeitsplätze, ist für die Tieschener zwar nachvollziehbar. Dennoch argumentiert Wohlkinger: "Es heißt, wenn nicht erweitert wird, ist in sieben Jahren Schluss. Wir sagen, mit der Erweiterung ist in 20 Jahren Schluss. Und was bleibt dann?"

Instanzen. "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Und wir werden gemeinsam allen Instanzen durchfechten", so der Gemeindechef.