Mehr als 20 Kinder stehen in Voitsberg, jeweils sechs in Leibnitz und Deutschlandsberg auf einer Warteliste. Diese Mädchen und Buben warten auf Patenfamilien, die ihnen eine unbeschwerte Zeit ermöglichen.

Das Angebot der „Arge Patenfamilien“, einem Zusammenschluss vier psychosozialer Dienste und Styria vitalis, richtet sich an Familien, in denen die Eltern psychisch belastet sind. „Diese Kinder brauchen eine unbeschwerte Zeit, in der sie Kindsein dürfen“, zeigt Stefanie Dohr vom Psychosozialen Zentrum Voitsberg (PSZVO) und Ansprechperson für den Bezirk Deutschlandsberg auf. Die Mädchen und Buben sind zwischen null und zwölf Jahre alt und so unterschiedlich seien auch ihre Bedürfnisse. Auf diese gelte es bei einer Patenschaft einzugehen.

Schulung für künftige Paten

Vorab werden die Ehrenamtlichen aber in einer 30-stündigen und kostenlosen Schulung vorbereitet und über die verschiedenen Krankheitsbilder informiert. Interessierte müssen laut Julia Gressenberger vom PSZVO und für Voitsberg zuständig mindestens 25 Jahre alt sein, sich in einer stabilen Lebenssituation befinden und einen erweiterten Strafregisterauszug vorweisen. Darüber hinaus werden Hausbesuche bei den künftigen Paten und Familien gemacht. „Der Kinderschutz wird bei uns großgeschrieben“, erklärt Gressenberger. Wer welchem Kind zugeteilt wird, entscheiden die Fachexperten. Die Freiwilligen können jedoch vorab Wünsche, etwa Alter und Geschlecht, äußern.

Anschließend werden sie und die Kinder Schritt für Schritt begleitend zusammengeführt. „Die neuen Bezugspersonen bedeuten für die Mädchen und Buben Sicherheit und Stabilität, daher sind auch regelmäßige Treffen wichtig“, erklärt Mateja Bratusa von der Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit und Ansprechperson für Leibnitz.

Alle 14 Tage sollte man sich mindestens verabreden, wobei das Programm individuell gestaltet werden kann. Die Ansprechpersonen stehen bei Fragen oder Problemen zur Verfügung. Alle drei Monate findet zudem ein Austauschtreffen mit den Paten statt. Ein verpflichtendes Jahresgespräch steht ebenfalls am Programm. „Die Paten helfen nicht nur den Kindern gesund aufzuwachsen, sondern entlasten auch das Familiensystem“, zeigen die drei Expertinnen auf und hoffen, dass sich viele neue Paten melden.