In St. Martin im Sulmtal errichtet die GreenEnertree Sulmtal GmbH ein Biomasseheizwerk zur Wärme- und Warmwasserversorgung der Gemeinde. Mit dem Bau wurde Anfang Jänner im Ortsteil Sulb hinter dem Friedhof beziehungsweise gegenüber dem Bauhof begonnen. Der offizielle Spatenstich erfolgte allerdings erst Mitte Februar – zu einem Zeitpunkt, als große Teile des Gebäudes bereits standen.

Im Heizwerk werden zwei Kessel mit jeweils 400 Kilowatt Leistung installiert. Befeuert werden sie mit Biomasse in Form von regional produzierten Hackschnitzeln umliegender Landwirtschaften. In der ersten Ausbaustufe sollen im Umkreis von zweieinhalb Kilometern rund 30 Kunden an die Anlage angeschlossen werden. Dazu zählen Ein- und Mehrparteienhäuser sowie mehrere Gemeindegebäude. Die dafür erforderlichen Leitungen wurden bereits vor Baubeginn verlegt.

Weitere Anlage könnte gebaut werden

„Die Anlage ist so konzipiert, dass sie den gesamten Ort versorgen kann“, erklärt Johann Wundara, der das Unternehmen gemeinsam mit Christian Brauchert führt. Je nach Größe und Verbrauch könnten in späteren Ausbaustufen bis zu 70 Kunden angeschlossen werden. Bei weiter steigendem Bedarf bestehe zudem die Möglichkeit, das Heizwerk zu spiegeln – also eine baugleiche zweite Anlage zu errichten.

Ende April soll die Anlage fertiggestellt sein
Ende April soll die Anlage fertiggestellt sein © KLZ / Paul Jaunegg

Das Heizwerk wird an 365 Tagen im Jahr in Betrieb sein und auch im Sommer die Warmwasserversorgung sicherstellen. Um Ausfällen vorzubeugen, ist die Anlage autark ausgeführt. Sie verfügt unter anderem über eine Notstromversorgung, einen redundant ausgeführten Biomassekessel sowie einen Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Litern. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines vollständigen Kesselausfalls bliebe damit eine Restkapazität von sechs bis acht Stunden – ausreichend Zeit, um eine Notanlage zu installieren, so Wundara.

Die Fertigstellung ist bereits für Ende April geplant. Im Anschluss folgt eine Testphase, in der erstmals eingeheizt wird, bevor ab Mitte Mai der reguläre Betrieb starten soll. Zahlreiche südweststeirische Unternehmen sind derzeit auf der Baustelle im Einsatz, um diesen Zeitplan einzuhalten. „Das Projekt schafft eine enorme regionale Wertschöpfung, da sowohl die Ressourcen als auch die ausführenden Betriebe aus der Region stammen. Der Bau bringt einen echten Mehrwert“, betont Wundara.

Für die GreenEnertree Sulmtal GmbH ist es bereits das zweite Heizwerk im Bezirk Deutschlandsberg. Erst im Dezember wurde eine Anlage in der Nachbargemeinde St. Peter im Sulmtal eröffnet, die in ihrer ersten Ausbaustufe rund 40 Gebäude versorgt. Ein weiteres Projekt realisiert das Unternehmen heuer in der Marktgemeinde Premstätten im Bezirk Graz-Umgebung.