Seit mehreren Jahren nehmen Volks- und Mittelschüler in der Marktgemeinde Schwarzautal an Projekten mit dem Schwerpunkt Energiesparen teil. Neben der aktiven Auseinandersetzung mit dem Energieverbrauch ihrer Schulgebäude erhalten heuer 26 Kinder den Titel „Energieschlaumeier“. Insgesamt sind es bereits 169.

„Das Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Energieressourcen“, erklärt Bürgermeister Alois Trummer. Vor vielen Jahren habe man Schüler mit ähnlichen Initiativen für die richtige Mülltrennung sensibilisiert – heute stehe das Energiesparen im Mittelpunkt. Die Kinder sollen das Gelernte mit nach Hause nehmen und in ihren Familien weitergeben.

Workshops an Schwarzautaler Schulen

Das nötige Wissen eignen sie sich im Rahmen der Projekte „50/50 – Energiesparen an steirischen Schulen“ des Klimabündnisses Steiermark sowie „Kids meet Energy“ an. Letzteres wird von der Energieagentur Walter Baierl im Auftrag der Energie Steiermark durchgeführt.

2011 gewann Walter Baierl den „Energy Globe Award“ auf Landes- und Bundesebene (2.v.r.)
2011 gewann Walter Baierl den „Energy Globe Award“ auf Landes- und Bundesebene (2.v.r.) © Ulla Patz

Es umfasst drei Workshops zu je zwei Unterrichtsstunden an der Volksschule Schwarzautal, in denen die Kinder an Experimentierstationen arbeiten, verschiedene Arten von Beleuchtung kennenlernen und über Energieeffizienz aufgeklärt werden. Auch der eigene Haushalt wird kritisch analysiert und danach ausgerechnet, wie viel Energie eingespart werden könnte.

Hierzu hat Baierl, der 2011 den „Energy Globe Award“ auf Landes- und Bundesebene gewann, eine eigene Währung namens EKE – Eiskugeleinheiten – zum spielerischen Lernen erfunden. „Wir schauen uns an, wie viele Eiskugeln man mit dem ersparten Geld kaufen könnte, damit die Kinder ein besseres Gespür bekommen“, sagt Baierl. Nach der letzten Unterrichtseinheit bekommen die Schüler schließlich die begehrte Urkunde überreicht, die sie als „Energieschlaumeier“ zertifiziert.

Optimierung des Energieverbrauchs

Auch an der Mittelschule Wolfsberg im Schwarzautal sind die Schüler stets engagiert bei der Sache. Dort steht das Projekt „50/50“ im Fokus, bei dem sich ein Energieteam aus Schülern, Pädagogen und Schulwarten mit dem Energieverbrauch des Schulgebäudes auseinandersetzt. Fachlich begleitet werden sie dabei von Wolfgang Kubassa von der Klimaregion Gabersdorf-Schwarzautal.

Im Schuljahr 2025/2026 nimmt die Klasse 3a der MS Wolfsberg am „50/50“-Projekt teil
Im Schuljahr 2025/2026 nimmt die Klasse 3a der MS Wolfsberg am „50/50“-Projekt teil © Klimaregion Gabersdorf-Schwarzautal

„Gemeinsam schauen wir uns die Strom-, Wasser- und Heizrechnungen der vergangenen drei Jahre an und überlegen dann, wie es gelingt, diese im laufenden Jahr zu senken“, erklärt Kubassa. Im Rahmen verschiedener Workshops optimieren die Schüler – derzeit die Klasse 3a – etwa das Lüftungs- und Heizungsverhalten, lernen das Ablesen eines Stromzählers und experimentieren mit Messgeräten.

Nach rund einem Jahr stellt sich bei der Abschlussveranstaltung heraus, ob Verbrauch und Kosten gesunken sind. Ist das gelungen, kommt der geringere Energieverbrauch nicht nur der Gemeinde, sondern auch den Schülern selbst zugute. Die Hälfte des ersparten Geldes fließt in die Klassenkasse und kann für Schulausflüge und weitere Aktivitäten verwendet werden.

Volksschule sparte 1,83 Tonnen CO2

Bürgermeister Alois Trummer und Wolfgang Kubassa gratulierten den Kindern der VS Schwarzautal 2024 zur Ersparnis von 4502 kWh Energie (v.l.)
Bürgermeister Alois Trummer und Wolfgang Kubassa gratulierten den Kindern der VS Schwarzautal 2024 zur Ersparnis von 4502 kWh Energie (v.l.) © Klimaregion Gabersdorf-Schwarzautal

In ähnlicher Form fand das Projekt „50/50“ zwischen 2022 und 2024 auch an der Volksschule Schwarzautal statt. Damals gelang es den Kindern, 4.502 Kilowattstunden Strom und Heizenergie sowie 1,83 Tonnen CO2 einzusparen.