Anfang Mai hat die Marktgemeinde Gamlitz das Parksystem beim Motorikpark umgestellt. Seither gibt es zwar keine Schranken mehr, dass das Parken deshalb kostenfrei wäre, ist aber ein Trugschluss. Mittels Kennzeichenüberwachung werden die Parkgebühren von zwei Euro pro Stunde wie gewohnt erhoben. Zuletzt erreichten die Kleine Zeitung jedoch vereinzelte Beschwerden, wonach Besucher dies nicht gewusst und später eine saftige Rechnung erhalten hätten.

Mehrfach beschildert

Bürgermeister Friedrich Partl kann die Beschwerden nicht nachvollziehen. „Das ist dort gut und richtig beschildert“, erklärt er. Man werde sicher noch das ein oder andere nachschärfen, prinzipiell funktioniere das System aber sehr gut. Zudem liege man mit der Zahl der erfassten Parkverstöße laut Betreiberfirma unterhalb des Prozentsatzes ähnlicher Anlagen, so Partl.

Bei einem Lokalaugenschein zeigte sich, dass an den Einfahrten tatsächlich zwei neongrüne Aufsteller in Großbuchstaben klar darauf hinweisen, dass das Abstellen von Fahrzeugen kostenpflichtig ist. Ein rotes Blechschild präzisiert das und ermahnt Besucher, vor dem Verlassen des Parkplatzes die Parkgebühr zu entrichten.

Bürgermeister Friedrich Partl ist mit dem Parksystem zufrieden
Bürgermeister Friedrich Partl ist mit dem Parksystem zufrieden © KK

Das kann entweder direkt am Parkautomaten oder mittels eigener Park-App wie Easy-Park, Parkster und Evology Pay erledigt werden. Da eine Kamera die Nummernschilder automatisch aufzeichnet, müssen beim Bezahlen lediglich die Ziffern selbiger eingetippt werden. Aber: Geschieht das nicht binnen 24 Stunden, stellt die Betreiberfirma ein erhöhtes Nutzungsentgelt von 95 Euro in Rechnung.

Eben diese Ahndung von Parkvergehen stößt manchen Besuchern sauer auf. Bürgermeister Partl will das aber nicht gelten lassen. „Es ist wie beim Straßenbahnfahren in Graz. Wer nicht bezahlt, bekommt eine Strafe“, sagt er. Wenn es Verbesserungswünsche gäbe, sei er dafür jedoch offen.

Insgesamt dürfte das neue Parksystem also so funktionieren, wie von der Gemeinde angedacht. „Diese Lösung ist von der Wartung her die unproblematischste“, so Partl. Für die alte Schrankenanlage, die häufiger gestreikt habe, wären pro Jahr rund 4500 Euro an Wartungskosten fällig gewesen.