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Sauberer KreislaufGuter Kompost stinkt nicht

Kreislaufwirtschaft im besten Sinn des Wortes praktiziert die Kompostieranlage der Stadt Feldbach. Bürger können dort jederzeit ihre Gartenabfälle anliefern. Daraus wird dann wieder ein wertvoller Rohstoff.

Eröffnung der Kompostieranlage in Raabau mit Planer, Vertretern von Stadt, AWV und Baufirmen © Helmut Steiner
 

Fünf langgezogene, dunkelbraune Haufen liegen nebeneinander auf dem Gelände an der Raab. In jedem steckt ein Messgerät. Es zeigt die Temperatur im Inneren. Die Haufen sind gemischt aus Biomüll, Grünschnitt und Häckselgut von Sträuchern. Jeder Haufen befindet sich in einem anderen Reifegrad. Auf der sogenannten Hauptrotte entsteht innerhalb von zehn bis zwölf Wochen wertvoller Kompost.

Der lange Weg bis zur Anlage

Die Temperatur zeigt Karl Kaufmann an, wann er mit dem Umsetzer durchfahren muss, um Sauerstoff in den Prozess zu bringen und die optimale Kompostierung zu gewährleisten. Denn es gibt ein wesentliches Qualitätsmerkmal für guten Kompost: Er stinkt nicht.
Das Areal, wo nun jährlich 600 bis 650 Tonnen Kompost erzeugt werden, stand seit 2004 zur Verfügung. Damals hatten sich der frühere Raabauer Bürgermeister Franz Uller und Karl Kaufmann erfolgreich um die Umwidmung der Flache in eine Sondernutzung Kompostieranlage bemüht. Bis zum ersten Plan hat es fünf Jahre gedauert. Aber der konnte nicht umgesetzt werden. Erst mit einer Änderung der Kleinregion Feldbach – die Stadt trat damals aus – nahm das Projekt 2014 Gestalt an. Und die Akteure der Gemeinden Mühldorf, Leitersdorf, Gniebing-Weißenbach und Raabau haben es schon auf die neue Großgemeinde ausgelegt. Noch 2014 wurde mit dem Bau begonnen, im Jänner 2016 ging die Kompostieranlage provisorisch in Betrieb.

Ein Geschenk, das gerne angenommen wird

Ein Geschenk in der Zeit der Fusion“, meinte Bürgermeister Josef Ober bei der offiziellen Öffnung. Und es ist ein Geschenk, das sehr gut angenommen wird. Das hat sich in der Zeit des provisorischen Betriebs gezeigt und wird beim Blick über die Anlage deutlich. Während der Eröffnung kommen laufend Fahrzeuge mit Anhängern. Schnittgut und Gartenabfälle werden abgeladen. Daneben wird angeliefertes Material geschreddert, weiter hinter siebt eine Maschine den fertigen Kompost von der Nachrotte. 

Zur Anlage

Kosten: 880.000 Euro (inklusive Gebäude und Maschinen).
2900 Quadratmeter Bewegungs- und Manipulationsfläche.
400 Kubikmeter Sammelbecken für Sickerwässer. Sie werden gespeichert und im Prozess wiederverwertet.
1200 Tonnen biogenes Material dürfen jährlich übernommen werden. Daraus werden rund 650 Tonnen Kompost.
Die Anlieferung von Gartenabfällen, Strauch- und Rasenschnitt ist jederzeit möglich.

 


Dass eine Stadt mit mehr als 13.000 Einwohnern so eine Einrichtung braucht, steht für Ober außer Zweifel. Mit ihr wird eine saubere Kreislaufwirtschaft geschlossen. Kritik, dass Kaufmann dort tätig ist, wehrt Ober stichhaltig ab. Schließlich hat der zehn Jahre bei einer einschlägigen Firma gearbeitet.
Umsetzer wendet Haufen und bringt damit Sauerstoff hinein Foto © Helmut Steiner
Richtiges Kompostieren lerne man nicht nebenbei, so Ober: „Bis das ein anderer gelernt hat, haben uns die Nachbarn 100 Mal angezeigt.“ Bisher gab es keine Beschwerden. Und die Bürger sind bei der Anlieferung der Gartenabfälle sehr sorgfältig.

Plastik hat im Biomüll nichts verloren

Einen Wermutstropfen gibt es doch. Auf den wiesen Planer Alexander Luidolt (planergy), Josef Fink (Bauhof) und Stadtchef Ober gleichermaßen hin: „Es ist zu viel Plastik im Biomüll.“ Zwei Gewerbemülltonnen füllen die Plastiksackerl, die bei jeder Anlieferung von Biomüll durch Mitarbeiter des Bauhofs mühsam herausgeholt werden muss. Für alle Bürger, die zur Eröffnung kamen, gab es als Hinweis Papiersackerl, in die man den Bioabfall füllen soll – und ein Tragerl mit bestens gereiftem Kompost.

Kompost wird gesiebt Foto © Helmut Steiner

Kommentare (1)

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Geerdeter Steirer
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Lesenswert?

!! Top Anlage, Top Kreislaufwirtschaft !!

Dies sind Praktiken die höchst lobenswert und teilweise auch für manchen Privathaushalt, wenn ein Wohnhaus als Eigenheim besteht, Anwendung findet, jedoch sollte es nicht als Arbeit angesehen werden sondern mit Idealismus und umweltgerechter Kreislaufwirtschaft in Verbindung stehen !
Hobbygärtner können ein Lied davon singen da sie auch über fundiertes Wissen verfügen.

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