SommergesprächAlbert Mario Lampel: „Das Stadtleben ist nichts für mich“

Albert Mario Lampel, Mastermind der „Draufgänger“, über Groupies, einen musikalischen Heiratsantrag und den Wunsch einen gewissen Andreas Gabalier als Vorgruppe zu verpflichten.

„Draufgänger“ Albert Mario Lampel ist ein musikalischer Tausendsassa, der das Landleben liebt © Thomas Plauder
 

Wir sitzen hier im Heu und führen ein Sommergespräch. Mögen Sie die Jahreszeit überhaupt?
Albert Mario Lampel: Ich mag sie sehr gerne, denn ich liebe Wasser und Sonne.

Also führt der Sommerurlaub sicher ans Meer?
Welcher Urlaub? Der Sommer ist für uns die Zeit mit den meisten Auftritten. Wir hatten schon lange keinen richtigen Urlaub mehr.

Wie viele Auftritte absolvieren Sie im Jahr?
Derzeit rund 150. Die Hälfte davon im Ausland. Und hier vor allem in Deutschland.

Haben Sie mit den Draufgängern eigentlich auch schon das sommerliche Party-Epizentrum, den Ballermann auf Mallorca erobert?
Nein, das fehlt noch. Das ist aber definitiv ein Thema für uns, denn unsere Lieder werden in den großen Discos auf dem Ballermann schon sehr oft gespielt.

Sie haben einst als Kinderband begonnen. War der Übergang ins erwachsene Showbusiness deshalb leichter?
Im Gegenteil, viel schwerer. Als wir in die Pubertät kamen, wollen wir abwechselnd mehrfach die Karriere beenden.

Ein Draufgänger unplugged

Warum?
Weil wir uns erwachsen gefühlt haben, die Leute uns aber nicht als Erwachsene wahrgenommen haben. Wir waren halt nicht mehr so süß, das war echt mühsam. Wir haben haben uns dann aber zusammengesetzt und gesagt, wir probieren es noch einmal.

Zum Glück hat es funktioniert. Kann man den Erfolg mittlerweile auch in Zahlen gießen?
Ja, kann man. Unser Draufgänger-TV auf Youtube etwa hat bereits über 21 Millionen Aufrufe. Auch auf der aktuellen Apres Ski CD sind wir mit „Pocahontas“ und „Looking for Freibier“ gleich mit zwei Liedern vertreten. Und die wird jedes Jahr zigtausendfach verkauft.

Sind Sie beruflich also wunschlos glücklich?
Nein, denn da gäbe es schon noch ein paar Wünsche, die wir hätten.

Gut, nehmen wir an, Sie hätten drei musikalische Wünsche frei, welche wären das?
Wir waren als Kinderband zwei Mal in der TV-Show von Florian Silbereisen zu Gast. Da wären wir gerne noch einmal dabei. Einmal die Nummer 1 in den österreichischen Charts sein, wäre auch toll. Und als Vorgruppe von Andreas Gabalier im ausverkauften Münchner Olympiastadion auf der Bühne zu stehen, wäre ebenfalls reizvoll. Obwohl, kann ich den letzten Wunsche noch einmal ändern?

Sicher.
Gut dann wünsche ich mir, dass der Gabalier einmal als Vorgruppe von uns im ausverkauften Olympiastadion auf der Bühne steht.

Kommen wir der Jahreszeit gemäß, zu heißeren Themen. Wie schaut es mit Groupies aus?
Die gibt es definitiv. Aber mehr als ein Selfie ist nicht drinnen. Ich bin ja seit 2007 glücklich mit meiner Priska liiert.

Und wann läuten die Hochzeitsglocken?
Frühestens ins zwei bis drei Jahren, denn bis dahin sind wir ausgebucht. Aber der Heiratsantrag wird vermutlich musikalisch ausfallen. Da lasse ich mir was einfallen.

Ein Interview im Heu Foto © Thomas Plauder
Wie haben Sie sich kennengelernt?
Über die Musik. Wir spielten beide bei der Bigband der Musikschule Gnas. Und nach einem Konzert sind wir gemeinsam mit Freunden von Wörth bei Gnas zu Fuß nach Paldau in die Disco gegangen. Auf dem langen Weg dorthin hat es dann zwischen uns beiden gefunkt.

Und wie sieht es mit Kindern aus?
Wir möchten unbedingt einmal Kinder haben.

Dürften die dann auch in einer Band spielen?
Sicher. Zumindest hätte ich gerne, dass unsere Kinder mit Musik in Kontakt kommen. Den Rest dürften sie frei entscheiden.

Wie hat eigentlich bei Ihnen damals das Projekt „Draufgänger“ begonnen?
Es war als einmaliger Auftritt bei der Weihnachtsfeier des Sportvereins Obergnas gedacht. Damals waren wir zehn Jahre alt. Jetzt stehen wir mittlerweile schon seit 17 Jahren auf der Bühne.

Gibt es nach all den Jahren und nach all den vielen Auftritten ein Lied, das Sie abseits der Bühne überhaupt nicht mehr hören können?
Das gibt es definitiv. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und es wird „Narcotic“ von Liquido gespielt, wechsle ich sofort den Sender.
In Ihrer Branche wird oft die Heimat besungen.

Ein Bett im Kornfeld

Wie heimatverbunden sind Sie selbst?
Sehr. Wir leben zwar noch in Graz, aber bauen gerade im Elternhaus meiner Lebensgefährtin aus. Ich bin lieber am Land, weil da bin ich her. Das Stadtleben ist auf Dauer nichts für mich, ich bin ein Landei.
Am Land kann man woanders auch schön leben.
Aber ich möchte nicht in Vorarlberg oder Tirol auf dem Land leben, sondern hier in Obergnas und Umgebung. Dahoam ist eben dahoam.

Und wenn sie einmal nicht auf der Bühne stehen und nicht „dahoam“ sind. Wo kann man Sie dann antreffen?
Wenn es die Zeit erlaubt, sind Priska und ich sehr gerne ein paar Tage in Kroatien oder in Kärnten unterwegs. Aber wir fahren nie zwei Mal an den selben Ort.

Wie sieht es mit Sport oder anderen Hobbies aus?
Ich laufe und schwimme sehr gerne. Aber mein allergrößtes Hobby ist Essen.

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