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Eigener Flugplatz für DrohnenWie der "steirische Amazon" den Luftraum erobern möchte

Mega-Ausbau: Der südoststeirische Onlinehändler Niceshops expandiert um satte 8,5 Millionen Euro, will 130 neue Arbeitsplätze schaffen und künftig seine Pakete mit Drohnen ausfliegen.

Geschäftsführer Roland Fink führt den Erfolg auf Innovation zurück © Katharina Siuka
 

Eigentlich wollte der Onlinehändler Niceshops in zwei Jahren expandieren. Also den Standort im südoststeirischen Paldau vergrößern und die Mitarbeiterzahl um ein gutes Stück nach oben schrauben. Weil es aber so gut läuft, soll das bereits im kommenden Jahr passieren. Denn: "Wir wachsen enorm", sagt Geschäftsführer Roland Fink mit zufriedener Miene. Die Geschäftsführung von Niceshops erwartet eine Umsatzplus von 45 bis 50 Prozent für das heurige Jahr - im Vorjahr machte der Onlinehändler 18,5 Millionen Euro Umsatz.

130 neue Arbeitsplätze in der Region

Konkret, schildert Fink, soll die Mitarbeiterzahl am Sitz in südoststeirischen Paldau sowie am Standort in Graz verdoppelt werden. "2011 haben wir zehn Mitarbeiter beschäftigt, heute sind es 130", sagt Fink. Und bis 2020 bzw. 2021 möchte man 130 weitere Arbeitsplätze in der Südoststeiermark schaffen und auf 260 Arbeitnehmer aufstocken.

 

So kommt das Niceshops-Packerl von Paldau in die weite Welt

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Das ermöglicht eine Erweiterung des Standortes in Paldau im Ortsteil Saaz, wo die riesige Halle von Niceshops auf einem sechs Hektar großen prachem Grundstück thront.

Zahlen rund um Niceshops

Der Onlinehändler Nicshops hat seinen Sitz in Saaz (Gemeinde Paldau) bei Feldbach und eine Niederlassung in Graz. Derzeit zählt man insgesamt 130 Mitarbeiter.

80 davon versenden von Paldau aus rund 4000 Pakete pro Tag in die ganze Welt. Derzeit hält der Onlinehändler bei mehr als eine Million Kunden aus über 150 Ländern. 80 Prozent beträgt die Exportquote, die meisten Waren gehen nach Italien oder Deutschland.

34 Onlineshops zählt Niceshops aktuell. Der Umsatz lag im Vorjahr bei 18,5 Millionen Euro, die Geschäftsführung erwartet für heuer ein Umsatzplus von 45 bis 50 Prozent.

Die Halle umfasst derzeit 5000 Quadratmeter. Mit dem zweistöckigen Zubau möchte Niceshops die Lagerfläche um 10.000 Quadratmeter erweitern. Satte 8,5 Millionen Euro werden investiert. "Wir sind gerade in den Finanzierungsgesprächen mit den Banken", erklärt Geschäftsführer Christoph Schreiner. Je nachdem wird mit dem Bau begonnen - kommendes Jahr soll die neue Halle in jedem Fall stehen.

Drohnen für den Höhenflug

Auf dem Areal in Paldau ist aber ein weiteres Bauvorhaben geplant - und in den veranschlagten 8,5 Millionen Euro inkludiert. Und zwar ein Flugplatz für Drohnen. „Der Markt der unbemannten Flugobjekte ist im Umbruch, in den kommenden Jahren wird viel entstehen“, ist Roland Fink sicher. Sobald Drohnenverkehr technologisch für Niceshops rentabel ist, will man so weit sein, um nur noch aufspringen zu müssen. Fink stellt sich dabei vor, dass elektrisch betriebene Drohnen Waren von Paldau aus nach Graz, Wien oder Udine fliegen.

Bis dahin will die Geschäftsführung die behördlichen Hürden und gesetzlichen Regulierungen ausloten, um bereits erste Tests durchzuführen. Über die Phase des Überlegens sei man bereits hinaus, sagt Fink. Und gibt sich kryptisch: „Es kann nicht mehr lange dauern.“ Drohnen, meint Fink, werden derzeit noch unterschätzt. „Wir wollen immer dabei sein“, sagt er über die Entwicklungen in puncto Digitalisierung und Innovation. Und zwar in jede Richtung. Deshalb plant Niceshops, ab November ein Geschäft in Graz zu eröffnen.

Niceshops goes offline

Und zwar ein Offline-Geschäft, sozusagen. "Wir wollen dort Naturkosmetik verkaufen", sagt Schreiner. Aber nicht klassisch, sondern innovativ: Auf den Produkten, die von Paldau nach Graz geliefert werden, klebt ein Code. Stellt sich ein Kunde mit dem Produkt seiner Wahl vor einen der 14 Screens, poppen automatisch eine detaillierte Produktbeschreibung und Kundenbewertungen auf. "So wollen wir online und offline verschränken", erklärt Schreiner. Drei Mitarbeiter und voraussichtlich ein bis zwei Teilzeitkräfte werden neu eingestellt. Schlägt das Geschäft ein, möchte man im kommenden Jahr auch auf dieser Ebene expandieren - etwa in Wien oder Deutschland.

Der Onlinehändler bleibt aber Onlinehändler. Mithilfe der Digitalisierung versucht Niceshops laufend, seine Prozesse zu verbessern. "Bestellen Kunden vor Mittag, ist das Produkt am nächsten Tag in Berlin oder Rom", sagt Fink. Der Handel, so der Geschäftsführer, wird sich in den kommenden Jahren massiv verändern. "E-Commerce beziehungsweise Digitalisierung verändert die Welt. Das Einkaufserlebnis ist mittlerweile Arbeit. Der Mensch ist faul. Wer fährt schon gerne mit einem Sack Blumenerde mit der U-Bahn durch Berlin?", sagt Fink.

Digitalisierung als Chance für die Steiermark

"Niceshops zeigt, was für Chancen die Digitalisierung am Land bringt. Mit Breitband wird von Paldau aus die ganze Welt beleifert", sagt die steirische Landesrätin für Wirtschaft, Barbara Eibinger-Miedl. "Was früher billig nach Asien abgewandert ist, kann künftig durch Automatisierung und Robotisierung nach Europa zurückkehren. Das schafft Arbeitsplätze."

Barbara Unterkofler, Geschäftsführerin von Niceshops, Franz Fartek, steirisches Vulkanland, Paldaus Bürgermeister Karl Konrad, Roland Fink, Geschäftsführer Christoph Schreiner und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl in der Lagerhalle von Niceshops in Paldau bei Feldbach Foto © Katharina Siuka

Kommentare (2)

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paulrandig
1
0
Lesenswert?

"auf einem sechs Hektar großen prachem Grundstück "

Was ist das? (Abgesehen davon, dass der Fall nicht stimmt...)

walter1955
2
13
Lesenswert?

habe bis jetzt

2 mal mit nice shop Geschäftsverbindung gehabt
ein bravo,reagieren u.handeln sofort
sollte es einmal eine Reklamation geben, innerhalb kürzester zeit wird reagiert
kann nur weiterempfehlen
macht weiter so