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Steirer des Tages

Solidarität ist sein Credo

SOL, der Solidaritätsverein für Lateinamerika, und sein Gründer, der frühere Landesrat Hermann Schaller, feiern heute.

Hermann Schaller: Diplomingenieur, ehemaliger Landesrat, dreifacher Vater – und vor allem ein großer Helfer © Simon Möstl
 

Projektstart war 1985 in El Salvador. 56 Flüchtlingsfamilien, Vertriebenen des Bürgerkriegs, haben wir dabei geholfen, wieder ein Dorf aufzubauen. Das Dorf hieß Los Angelos, wie die Stadt in Kalifornien.“ Hermann Schaller lächelt, wenn er von den Anfängen von „SOL – Solidarität mit Lateinamerika“ erzählt.

Der dreifache Vater, der von 1987 bis 1991 unter der Ägide von Joschi Krainer Landesrat war, ist Gründungsmitglied und tragende Stütze dieser gemeinnützigen Organisation, deren Schwerpunkte Bildung, Gesundheit, Soziales sowie Frauenförderung in lateinamerikanischen Staaten sind. Fast 70 Projekte hat er mitorganisiert, in Guatemala, El Salvador, Nicaragua und anderen Ländern, denen allen gemein ist, dass die Menschenrechtssituation prekär und die Kriminalität hoch ist.

„Man sucht sich das Land seiner Geburt nicht aus“, schreibt die nicaraguanische Autorin Gioconda Belli, „und liebt doch das Land, wo man geboren wurde.“

Mehr als 1,6 Millionen Euro hat der Verein SOL mit derzeit 342 Mitgliedern in 30 Jahren aufgebracht, um den Menschen in weniger gesegneten Gegenden dieser Welt zu helfen. In den entlegensten Regionen wurden Schulen gebaut, in den unwirtlichsten Gebieten Brunnen gegraben.

Heute Abend werden drei Jahrzehnte Entwicklungszusammenarbeit auf Schloss St. Martin gefeiert.

„Ich war jahrzehntelang in der Politik, ich war im landwirtschaftlichen Schulwesen, ich war Diözesanjugendführer und Generalsekretär der Katholischen Aktion“, erzählt der rüstige 82-Jährige, „aber mein dritter Lebensabschnitt ist der mit Abstand schönste.“ Als Politiker sei er jahrzehntelang damit konfrontiert gewesen, dass man etwas von ihm wollte. In den Ländern Lateinamerikas hingegen sei ihm so viel gegeben worden.

„Es ist schon auffällig, dass es just die ärmsten Menschen sind, die oft die meiste Empathie haben.“ Schaller erhebt sich vom Kaffeehaustisch, schnappt sich seinen Spazierstock und sagt beim Hinausgehen: „Ein Glück, dass man so etwas erleben darf.“

MANUELA SWOBODA

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