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Marktgemeinde NeudauWas die Borckenstein-Pleite für den Ort bedeutet

Mit dem Garnerzeuger Borckenstein ist seit Donnerstag einer der größten Arbeitgeber im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld insolvent. In Neudau hofft man auf eine Fortführung oder, mit Unterstützung des Landes, auf eine industrielle Nachnutzung.

Bürgermeister Wolfgang Dolesch
Der Neudauer Bürgermeister Wolfgang Dolesch vor einem alten Luftbild mit dem Werksgelände © Kirin Kohlhauser
 

Nicht zum erstem Mal wird in der Marktgemeinde Neudau um den Fortbestand des größten Arbeitgebers gebangt. Bereits im Februar 2016 war die Firma Borckenstein zahlungsunfähig. Danach rundete man sich mit einem Sanierungsplan zurück. Seit Donnerstag ist der Garnerzeuger erneut in der Insolvenz.

Die Werksferien, die bis 7. Jänner hätten dauern sollen, sind bis Freitag verlängert worden. Am Freitag soll auch eine Betriebsversammlung mit dem Masseverwalter, Betriebsrat, Gewerkschaftsvertretern und Firmenleitung stattfinden, bei der die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das weitere Vorgehen informiert werden sollen.

Bereits im Herbst 35 Mitarbeiter gekündigt

Laut Bürgermeister Wolfgang Dolesch seien bereits im Herbst 35 Mitarbeiter gekündigt worden, aber aufgrund der Fristen noch im Betrieb. "Daher gibt es schwankende Angaben zum Mitarbeiterstand. Für mich zählen aber alle, auch die Leasingkräfte", erklärt Dolesch.

Womöglich kann der Betrieb fortgesetzt werden. Wenn sich im Insolvenzverfahren die Möglichkeit ergibt, will die Geschäftsführung neuerlich einen Sanierungsplan beantragen. "Das wäre natürlich für die Mitarbeiter das beste", hofft Borckenstein-Betriebsratsvorsitzende Evelin Heschl und erklärt weiter: "Wir haben viele ältere Mitarbeiter, die schon lange im Betrieb sind, da ist die Betroffenheit groß."

Arbeitsstiftung für Mitarbeiter

Borckenstein-Mitarbeiter, die ihre Arbeit verlieren, sollen von einer Arbeitsstiftung aufgefangen werden. "Das wurde bereits mit dem Arbeitsmarktservice ausverhandelt. Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer und Soziallandesrätin Doris Kampus haben mir ihre volle Unterstützung zugesagt", sagt Bürgermeister Dolesch.

Ort will industriellen Schwerpunkt erhalten

Nach der Insolvenz 2016 musste die Marktgemeinde jährlich auf Kommunalsteuereinnahmen von rund 300.000 Euro verzichten. Jetzt stellt man sich schon auf weitaus mehr ein.

Sollte der Betrieb stillgelegt werden, hat Dolesch bereits ein Alternativszenario in der Schublade: "Das Gelände soll für die industrielle Nutzung unbedingt erhalten bleiben." Sollte das Areal für einen Nachfolgebetrieb allein zu groß sein, könne er sich die Ansiedlung von fünf bis sieben kleineren Produktionsbetrieben vorstellen.

Dolesch: "Dabei würden wir auch jede Unterstützung seitens des Landes bekommen." Auf keinen Fall soll die wertvolle Fläche im Ort in ein Wohngebiet umgewandelt werden.

 

 

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