Ordinationsräume, ein Labor und mehr Platz im Wartebereich – das sind die Kernpunkte des Um- und Zubaus des Gesundheitszentrums Vorau, wofür am Donnerstag der Spatenstich erfolgte. Dabei wird auch eine Schließung des Zentrums von vier bis fünf Wochen notwendig sein. „Das ist alles planbar“, erklärt Bertram Gangl, Geschäftsführer des Gesundheitszentrum Joglland, wozu auch Vorau gehört.

„Unser Personal wird währenddessen auf die anderen zwei Standorte in Pöllau und Friedberg verteilt, um dort die Patienten aus Vorau abzufangen“, so Gangl weiter. Pöllau und Friedberg hätten bereits jeweils drei Ordinationsräume, aber nur zwei Ärzte. Während Vorau geschlossen ist, will man diese freien Räume nun nutzen. „Mit den drei Standorten haben wir den Vorteil, dass wir das Personal flexibel einsetzen können. Das machen wir jetzt auch schon so, beispielsweise bei Krankenständen“, erklärt Gangl.

Ausbau innerhalb von sieben Monaten

Für Fahrten zu den anderen Standorten schlägt Vorauer Bürgermeister Andreas Geier das Oststeirische Sammeltaxi SAM vor, wenn man nicht das eigene Fahrzeug nutzen möchte oder kann. Beim Spatenstich betont der Ortschef, wie wichtig der Ausbau für die „gesunde Region Vorau“ sei, um weiterhin gesund zu bleiben: „Gesundheitsvorsorge steht bei uns ganz oben.“

Bertram Gangl, Geschäftsführer des Gesundheitszentrum Joglland
Bertram Gangl, Geschäftsführer des Gesundheitszentrum Joglland © Vera Hausberger

Der Baustart ist für Montag (9. März) geplant, die Arbeiten sollen innerhalb von gut sieben Monaten abgeschlossen sein, also bis September 2026. Zuerst wird dabei der Zubau errichtet. Während dieser Zeit soll der Betrieb im Gesundheitszentrum ungestört weiterlaufen. Zur Schließung der Einrichtung wird es dann im Sommer kommen (geplant Ende Juni).

Mehr Platz und Privatsphäre

„Wir werden diese Zeit so kurz wie möglich halten“, versichert Geschäftsführer Gangl. „Die Firmen haben den Bauplan bekommen und zugesagt“, pflichtet auch Architekt Georg Keler von HP Architektur Hartberg ZT-GmbH bei, welche die neuen Räumlichkeiten geplant hat. Ausführende Firmen wurden dabei hauptsächlich regional ausgewählt.

Neben Personalräumen im Untergeschoss, werden im Erdgeschoss zwei neue Ordinationsräume und ein Labor entstehen und im Dachgeschoss ein Besprechungsraum. Darüber hinaus wird der Eingangs- und Wartebereich vergrößert und neu gestaltet, um Patienten mehr Privatsphäre zu gewährleisten.

Grund: Zu wenig Kapazitäten

Kostenpunkt für das Projekt sind rund 600.000 Euro, wobei das Land Steiermark die Hälfte der Finanzierung beisteuert. Den Rest übernimmt die Gemeinde Vorau. Nicht inkludiert ist dabei die Erweiterung der Parkmöglichkeiten für das Gesundheitszentrum, welche ebenfalls geplant sind. Ebenfalls nicht eingerechnet ist die medizinische Einrichtung. Diese wird von der ÖGK und dem Gesundheitsfonds Steiermark finanziert.

Der Spatenstich: Ein „sonniger Tag“ für das Gesundheitssystem von Hartberg-Fürstenfeld, wie Landtagsabgeordneter Lukas Schnitzer meint.
Der Spatenstich: Ein „sonniger Tag“ für das Gesundheitssystem von Hartberg-Fürstenfeld, wie Landtagsabgeordneter Lukas Schnitzer meint. © Vera Hausberger

Notwendig wurde der Ausbau, weil die Räumlichkeiten schlichtweg zu klein waren. „Vorau war das erste Gesundheitszentrum, das entstanden ist. Damals hat man mit den notwendigen Dimensionen noch keine Erfahrung gehabt“, erklärt Gangl. Mittlerweile wisse man aber den Bedarf an Fläche, der für die derzeitigen Behandlungen eben nicht mehr ausreicht.

Entlastung an Stresstagen

Aufstockung von Personal ist mit dem Ausbau nicht geplant. „Patientenstau hat nichts mit den Räumlichkeiten zu tun“, erklärt das Gangl. Dennoch erwartet man eine gewisse Entlastung, auch an „Stresstagen“ wie beispielsweise an Fenstertagen zwischen den Feiertagen, an denen es momentan manchmal zur Überlastung kommt.

Durch die zusätzliche Ordination könne man Behandlungen parallel durchführen. Auch solche, für die ein Arzt nicht notwendig ist. „Der Patient kann im freien Raum sitzen und die DGKP kann selbstständig die Therapie machen“, so Gangl.