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Unmut in JudenburgVolle Skipisten: "Wir im Krankenhaus müssen die Krot schlucken"

Spitalsmitarbeiter klagen über Andrang auf Unfallambulanz: Wintersportler sorgen für volle Wartezimmer und verschärfen die ohnehin angespannte Situation zusehends.

Verunfallte Skifahrer landen oft im Krankenhaus Judenburg © Sarah Ruckhofer
 

Aufmerksamen Beobachtern wird es bereits aufgefallen sein: Der Rettungshubschrauber landet seit Beginn der Skisaison laufend vor dem Krankenhaus Judenburg, oft sogar mehrmals täglich. "Das Wetter ist schön, die Schneelage super, die Leute wollen raus und stürmen die Skigebiete. Das ist verständlich, aber die Folgen davon sind für die meisten nicht sichtbar", erzählt Franz Schachner, Betriebsrat am LKH Judenburg. Er wendet sich im Namen "vieler Kollegen" an die Öffentlichkeit: "Auf der Ambulanz ist die Hölle los, die Mitarbeiter sind am Limit." Eine Entspannung der Situation sei nicht in Sicht. "Einerseits sind da die strikten Corona-Regeln, die die Kollegen fordern. Zweitens werden vermehrt verschobene Routine-Eingriffe nachgeholt und drittens kommen jetzt die ganzen Skiunfälle dazu", erklärt Schachner.

Kommentare (49)
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Edge810
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Hmm

In der "normalen Skisaison" sind 1000te Gäste aus dem Ausland und Inland + Tagesgäste die sich auf den Pisten tummeln, so viele das man nicht Skifahren kann. Die Krankenhäuser sind voll mit Skipatienten. Jetzt müssen viele Gebiete unter der Woche schließen da so wenig los ist. Das ein neuer Hubschrauber C17 mehr an Patienten bringt war zu erwarten. Früher sind diese Patienten mit der Rettung gebracht worden! HS fällt halt auf, die RTW's nicht so. Gott sei Dank dürfen die Menschen im freien Bewegung machen. Und jetzt sind auf einmal die paar Skifahrer schuld an der Überlastung der KH. Dies kann man nicht nachvollziehen!

Mein Graz
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@Edge810

Ist dir noch nicht zu Ohren gekommen, dass die Krankenhäuser auf Grund der Corona-Pandemie äußerst gut "belegt" sind und das Personal am Rande der Belastbarkeit steht?

Ob es tatsächlich so wenige sind wie du meinst kann ich nicht beurteilen. Meine Vermutung ist, dass bestimmt viele Leute heuer noch schlechter trainiert sind, noch weniger Kondition haben als in "normalen" Jahren - und dadurch die Unfallhäufigkeit höher sein könnte als sonst.

Bewegung im Freien war immer erlaubt, dazu muss man nicht eine Sportart mit hohem Verletzungsrisiko ausüben. Man könnte doch auch auf Langlaufen umsteigen, da steht man auch auf Schi und ist draußen und bewegt sich - sogar mehr als wenn man den Berg runter fährt.

Ich persönlich bevorzuge Schifahren. Nur lass ich es heuer halt.

Guliano
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Die Betriebsräte

Sich selbst nie zu schade politisches Kleingeld zu wechseln.......

hfg
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Jetzt kommt die Rechnung

die Schipisten und Lifte zu öffnen wenn Lock Down ist war ein großer Fehler. Unterm Strich relativ viele Besucher die Zeit haben- aber nicht genug, das die Liftgesellschaften kostendeckend währen. Aber die Spitäler voll und die Ansteckungen hoch. Durch die nötige Verlängerung der Schließungen, Schulen usw. wird die Abrechnung ein Desaster.
Wenn Lock Down dann nur konsequent für alle und mit strengen Kontrollen und Strafen - alles Andere ist unsinnig - das Dilemma wird nur verschleppt und endet nie. Wenn jetzt noch die englische Variante dazukommt steht alles bis Ostern oder noch länger.

Murtal1977
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Skiunfälle gibt es jedes Jahr..

...und in Judenburg liegen praktisch keine Corona Patienten. Als nächstes kommt noch die Forderung, man möge Kindergeburten reduzieren, weil wegen Corona die Leute überfordert sind. Außerdem sind heuer ohnehin viel weniger Skifahrer auf den Pisten. Schaut mal ins Lachtal, die haben so was wie Notbetrieb unter der Woche, am Wochenende laufen auch nicht alle Lifte. Was die Politik in der Zeit vor Corona kaputtgespart hat, dürfen die Mitarbeiter nun ausbaden. Ich würde die Kritik eher in Richtung Landesregierung richten, nicht auf die Skifahrer. Denn Skifahren ist der einzige Spaß, welcher in Lockdown Zeiten noch bleibt.

Reipsi
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I sog nur eins

Patient.

Mein Graz
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@Murtal1977

Liegen in Judenburg tatsächlich "praktisch keine Corona Patienten"? Ich kann und will das nicht beurteilen.

Tatsache ist, dass verunfallte Schifahrer/Snowboarder/Rodler die Krankenhäuser in den jeweiligen Gegenden belasten. Und das in einer Zeit, in der die Mitarbeiter der KH's bis über die Belastungsgrenze arbeiten müssen!

Wenn Skifahren für dich der einzige Spaß während des Lockdown ist musst du ein ziemlich eintöniges Leben mit wenigen Hobbys haben.

Expat
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@Mein Graz: Steht im Artikel

"Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung der Bettenbelegung seit Anfang Jänner. Anmerkung: Auf der Stolzalpe gibt es keine Intensivbetten, in Judenburg werden Coronapatienten nur dann behandelt, wenn sie die Unfallchirurgie benötigen und erst im Krankenhaus positiv getestet werden oder Knittelfeld überlastet ist."
Das LKH Judenburg so wie auch das LKH Stolzalpe sind Chirurgieabteilungen des Verbundes "LKH Murtal" und haben keine med. Abteilung, diese, welche die Corona Patienten aufnimmt und behandelt befindet sich in Knittelfeld.

Mein Graz
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@Expat

Danke, das hab ich übersehen.

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass jeder Verunfallte (egal ob auf der Piste, der Straße, im Haushalt, bei der Arbeit usw.) die Krankenhäuser belastet.
Und dass man sich selbst bei der Nase nehmen sollte, ob man nicht mithelfen kann das zu vermeiden.

Expat
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Keine Ursache @ Mein Graz

Man sollte aber trotz der Coronasituation den Menschen nicht Dinge verbieten die mit der Behandlung von Covid Patienten nicht wirklich im Zusammenhang stehen.
Sonst müssten wir uns während des Lockdowns wirklich in Watte packen und das Haus nicht verlassen.

Mein Graz
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@Expat

In einem Krankenhaus, einem Pflegeheim, hängen viel mehr Dinge zusammen als ein Außenstehender annimmt.

Wenn etwa eine Station weniger belegt ist und Mitarbeiter wo anders gebraucht werden wird schnellstmöglich "umgeschichtet". Wenn tatsächlich Lücken bei den Patienten entstehen werden nicht-lebenserhaltende OPs, auf die manche schon lange warten (müssen) eingeschoben.
M.W. wird das Personal auch zwischen den einzelnen Standorten umgeschichtet, wenn es Kapazitäten gibt.

Und wenn dann Verunfallte dazu kommen müssen diese ja sofort behandelt werden und ein Patient, der endlich seine lange erwartete OP erhalten soll muss möglicherweise wieder heim geschickt werden.

Man kann ja nicht auf Verdacht, dass vielleicht ein Schiunfall "reinkommt" ein Bett frei halten.

Murtal1977
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also sollen wir auch den PKW Verkehr einstellen?

Denn da könnte es ja auch zu einem Unfall kommen? Skiunfälle sind nun mal nicht planbar, genau sowenig wie jeder andere Unfall. Die Österreicher haben eh lange genug alles brav mitgemacht, was der Bundes-Basti verlangt hat. Die Leute wollen raus - ich kann das wirklich verstehen. Die Todesstatistik zeigt, dass das Virus erst hohe Anzahl an Todesfällen bei dem Alter 65+ verursacht und bei den Altersgruppen darunter (teilweise im Promillebereich, mit ein paar Ausnahmen). Wir sollten die jüngeren endlich rauslassen und die Alten sollen dann halt zu Hause bleiben. Besser eine Altersgruppe einzusperren als ein ganzes Land. Mit dieser Meinung mache ich mir wohl keine Freunde, aber statistisch betrachtet wäre es wohl die beste Lösung für Gesellschaft und Wirtschaft.

Mein Graz
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@Murtal1977

Schiunfälle sind FREIZEIT-Unfälle und somit vermeidbar, in dem man nicht Schifahren geht. Das Leben geht gut weiter ohne riskante Sportarten.

Danke, dass du mich eingesperrt wissen willst, damit du deinen Egoismus ausleben kannst.

Solche Leute wie du finde ich tatsächlich zum 🤮.

silent
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Danke

Herr Bundeskanzler
Herr Gesundheitsminister
Frau Tourismuslobbyistin Köstinger
Herr Hörl
Herr Schrecksnadl

Stony8762
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silent

Danke an die, die sich auf den Pisten wie Idioten aufführen!

scionescio
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Das hat davor natürlich niemand ahnen können, als man beschlossen hat, die Pisten zu öffnen ....

.... seltsam auch, dass die Zahlen in den Bundesländern mit Skiliften besonders hoch ist .... aber da gibt es sicherlich keinen Zusammenhang- vermutlich werden es die Kroatienurlauber sein....

Stony8762
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Oder Spardenker wie z.B. scio...?

tannenbaum
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Fragt

einmal die schwarzen Toppolitiker Schützenhöfer und Bogner-Strauß wie so etwas passieren kann!

compositore
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Einen sollte man nicht vergessen zu fragen

Christopher Drexler, Ex-Landesrat für die Bereiche Gesundheit, Pflege, Wissenschaft und Forschung.
Ein Allrounder, zur Zeit für Kultur, Europa, Sport zuständig.

sabian2204
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Wiesooooo

Sperrt ein Krankenhaus wie die Stolzalpe geplant zu??????? Das einzige Spital im Bezirk in der jetzigen Situation ?????? Ich versteh es einfach net ☹️

Expat
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@sabian: Es dürfte Ihrer Aufmerksamkeit entgangen sein

dass das LKH Stolzalpe ein reines Orthopädie Krankenhaus ist, dennoch war während der Zeit in welcher Coronabetten gebraucht wurden eine Station mit Covid Patienten im Haus2 eingerichtet worden.
Also Sie können sich wieder Beruhigen, alles gut auf der Stolzalpe.

sabian2204
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Ich bin ruhig..

Aber ich versteh es einfach nicht dass uns die Gesundheitsversorgung genommen wird, ein funktionstüchtiges Krankenhaus im ersten lockdown schon runter gefahren wurde und auch jetzt wieder on hold ist. Im Bezirk darf man zu Bürozeiten krank sein, und sonst gehen judenburg und Knittelfeld über. Wie gesagt ich versteh eh einfach nicht.... schon seit Jahren nicht....☹️

Expat
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Weil vielleicht Umbauarbeiten stattfinden

die während des Normalbetriebs nicht durchführbar sind?

isteinschoenerName
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Was für eine Überraschung!

Wer konnte jemals ahnen, dass das passiert??

Tja, die Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeberufen arbeiten, haben halt keine so gute Lobby.
Aber vielleicht sollten wir noch ein bisserl klatschen für sie, weil mehr Gehalt wird es trotz allem nicht für sie geben.

martin19
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Stolzalpe gesperrt Weihnachten

Warum ist das KH Stolzalpe zu Weihnachten gesperrt in Zeiten wie diesen???

Expat
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Zu Tode gespart wurde in den Krankenhäusern aber schon durch die Politik

Jetzt die Schuld den Skifahrern zu geben ist zu einfach.
Erst wurde das Personal reduziert bis die Krankenhäuser kaum noch zu betreiben waren, und jetzt sind wieder mal die Anderen schuld.
Schwarze Politik fordert halt mal Opfer.

 
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