Die Gastgärten in der Judenburger Innenstadt sind nicht mehr. Stühle und Tische wurden entfernt – gähnende Leere, wo am Montag noch reges Treiben herrschte.
Lockdown zwei, Tag eins. Wir spazieren vormittags durch die Stadt und es ist deutlich spürbar, dass erneut ein schwerer Einschnitt in das tägliche Leben der Österreicher erfolgt ist. Es ist ruhiger geworden. Manche Menschen auf der Straße tragen Mund-Nasen-Schutz im Gesicht, andere unterm Kinn. Zur „neuen Normalität“ gehören aber auch Masken, die am Boden liegen.
Wobei nicht bei jedem angekommen sein dürfte, dass erneut ein Lockdown in Kraft getreten ist, durch den etwa die Gastronomie wieder ihre Pforten schließen musste. „Vereinzelt kommen Menschen herein, wollen sich hinsetzen und bestellen“, wundert sich Hildegard Ertl-Steinkellner, Seniorchefin vom Tee-Café Steinkellner in der Burggasse. Auch wenn in dem Lokal nicht mehr serviert werden darf, werden Gebäck, Mehlspeisen, diverse Geschenk-Variationen und dergleichen weiterhin angeboten. „Mittags kochen wir auch Gerichte zum Abholen aus“, so Ertl-Steinkellner.
Man will sich ansehen, wie das funktioniert: „Wenn es sich nicht auszahlt, drehen wir den restlichen November ganz zu.“ Die Gastronomie habe alles unternommen, damit sich der Virus in den Lokalen nicht verbreitet: „Es ist hart“, so Steinkellner. Auf etwaige weitere Lockdowns angesprochen, sagt die Seniorchefin: „Irgendwann werden wir uns das nicht mehr leisten können.“
Gut ergangen ist es in diesem Coronajahr laut Mitarbeiterin Andrea Teuschler dem Geschäft Trachtenmode Anita Schaffer. „Mir kommt aber vor, dass heute weniger los ist in der Stadt“, so Teuschler. Über Corona werde auch im Geschäft viel geredet: „Die Meinungen gehen komplett auseinander. Ich finde die neuen Maßnahmen sind berechtigt.“
Judenburg
Spaziergang im Lockdown: Die Auswirkungen sind spür- und sichtbar
Lockdown zwei, Tag eins in Judenburg. Es ist ruhiger geworden in der Murtaler
Bezirkshauptstadt. Die Meinungen über die Coronamaßnahmen gehen auseinander.
© Michaela Egger