Bitte, was wünschen Sie?“ Präsident Karl Bergmann fragt seine Mannen, wohin er seinen Stock platzieren soll. Der auf die Anweisungen folgende Schuss sitzt – bumm, der Stock landet direkt neben der Daube. Wie Stocksport funktioniert, muss man in unseren Breiten kaum jemanden erklären: Wurde er einst allerdings nur im Winter auf Eis praktiziert, lassen Stocksportler seit Jahren auch an heißen Sommertagen wie diesen ihr Gerät über glatten Untergrund schlittern.

Seit den 80er-Jahren wird in Großfeistritz in der Gemeinde Weißkirchen auf Asphalt „geschossen“, nun erfüllte sich für die Mitglieder des Eisschützenvereins Großfeistritz ein Traum: Sie haben jetzt ein Dach über den Kopf, um ihrer Leidenschaft ganzjährig und jederzeit nachgehen zu können: Die neue Halle wurde wie berichtet vor rund zwei Wochen offiziell ihrer Bestimmung übergeben.


Wir statten den Senioren bei ihrem Training einen Besuch ab, denn eines steht fest: „Es geht auch um den Wettkampf“, so Bergmann, dessen Sohn Jürgen als Vereinsobmann tätig ist. Das Training der aktiven Mitglieder macht sich bezahlt – sie gehören zu den erfolgreichsten in der Region, holen in der Bundesliga Topplatzierungen und waren in der Nationalmannschaft bei Europa- und Weltmeisterschaften erfolgreich.

Die Senioren freuten sich zuletzt über einen steirischen Meistertitel, aber natürlich dreht sich nicht alles um Bewerbe: „Es geht auch um die Gesellschaft, und es ist ein bisschen eine Ertüchtigung für den Körper“, meint der Präsident, den vor rund 40 Jahren die Leidenschaft für den Stocksport gepackt hat.

Gründungsmitglied Anton Messner, einst Kassier und Obmann des 1963 ins Leben gerufenen Vereins, erzählt: „Eisstockschießen war damals ein Freizeitsport. Es hat nicht viel etwas anderes gegeben.“ Heute ist er stolz darauf, wie sich der Verein entwickelt hat. Für seine Kollegen steht fest: Trotz seiner 80 Lenze schießt der Toni „wie die Feuerwehr“.

Diese wird später an diesem Tag auch noch ausrücken, denn über die Region fegt ein Unwetter. Für die Damen und Herren Stocksportler sind die Wetterkapriolen nun kein Problem mehr. „Ohne die vielen Sponsoren, Gönner und Helfer wäre dieser Bau nicht möglich gewesen“, betont Bergmann. Man plant auch den Asphalt zu erneuern, denn für den Stocksport muss die richtige Körnung her.

Und wer Lust hat, selbst einmal den Stock zu schwingen: „Einfach Kontakt aufnehmen“, sagt der Präsident. Details unter www.esv-grossfeistritz.com