Bezirk Murtal: Videoanalyse von Redakteur Josef Fröhlich
Videoanalyse für den Bezirk Murau
Videos aus Fohnsdorf: SPÖ applaudiert Wahlverlierer Helmut Tscharre ...
... und Vizebürgermeister Volkart Kienzl (ÖVP) bedankt sich
Und so freut sich die SPÖ in Unzmarkt-Frauenburg
Impressionen von den Parteien nach der Auszählung
Murtals FPÖ-Bezirksobmann Wolfgang Zanger über das Ergebnis:
Erste Reaktionen
Der Murtaler ÖVP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordnete Bruno Aschenbrenner gewinnt in seiner Heimatgemeinde St. Marein-Feistritz (Bezirk Murtal) ein Mandat und holt die absolute Mehrheit. „Ich bin sehr dankbar, dass die geleistete Arbeit honoriert worden ist“, freut sich Aschenbrenner (Bildmitte). Schwer verloren hat die SPÖ, die 2020 noch gleichauf mit der ÖVP war: „Wir haben geahnt, dass wir verlieren, aber soviel schmerzt natürlich, wir haben den Bürgermeisterbonus zu spüren bekommen“, seufzt Gemeindekassier Franz Schwaiger (links). Man wolle weiter konstruktive Oppositionspolitik betreiben. Der bisherige FPÖ-Vizebürgermeister Alfred Prutti freut sich über zwei gewonnene Mandate: „Damit habe ich das Ziel erreicht, nicht mehr alleine im Gemeinderat zu sitzen.“ Das zweite Ziel, die absolute ÖVP-Mehrheit zu verhindern, habe er verfehlt: „Aber wir werden weiter gut zusammenarbeiten“, so Prutti. Auch Bürgermeister Aschenbrenner sagt: „Bei uns wird das Miteinander weiter im Vordergrund stehen.“
Historische Niederlage
Historisches hat sich in Mühlen im Bezirk Murau getan: Die seit Jahrzehnten bestehende absolute Mehrheit der SPÖ ist gebrochen. Sie hat zwei Mandate verloren, jeweils eines an die ÖVP und an die FPÖ. Bürgermeister Christian Steibl beschreibt, wie knapp es war: „Wir haben die Absolute um zwei Stimmen verfehlt.“ Jubel herrscht bei der ÖVP, die ein Mandat gewonnen hat: „Wir sind sehr glücklich, dass das nach so langer Zeit gelungen ist“, so Spitzenkandidat Mario Pichler, der nun auch Chancen aufs Bürgermeisteramt hat: „Ich stünde bereit, aber es braucht natürlich erst Verhandlungen.“ Bürgermeister Steibl: „Ich übernehme die volle Verantwortung für das Ergebnis.“ Ob er zurücktreten werde, könne er derzeit noch nicht sagen. „Jetzt gibt es einmal Gespräche mit den zwei anderen Parteien.“
Karten in Stadl-Predlitz werden neu gemischt
Mit Wolfgang Schlick stelle in Stadl-Predlitz in den vergangenen Jahren die SPÖ den Bürgermeister – und zwar mit Hilfe der FPÖ. Die Gemeinderatswahlen haben nun die Karten neu gemischt: Die SPÖ verlor fast zehn Prozentpunkte und hat nur noch fünf (und nicht mehr sechs) Mandate. Die FPÖ konnte hingegen von zwei auf drei Mandate zulegen. Die ÖVP wiederum konnte ihre sieben Mandate halten. „Das Ergebnis kommt nicht ganz unerwartet“, so Stefan Zuegg, der erstmals als Spitzenkandidat für die SPÖ antrat. Zum einen sei mit seinem Antreten der Bürgermeister-Bonus weggefallen. Zum anderen sei seine Bekanntheit in der 1655 Einwohner-Gemeinde ob seines Alters – Zuegg ist erst 31 Jahre – noch nicht so groß.
Wie es in Stadl-Predlitz weitergeht, werden die kommenden Wochen zeigen. „Wir haben vor der Wahl noch keine Sondierungsgespräche mit den anderen Parteien geführt“, beteuert er. Wichtig sei, dass am Ende das Beste für die Gemeinde herauskomme und der Wählerwille berücksichtigt werde - „dass die ÖVP gewonnen hat“, präzisiert er auf Nachfrage den zweiten Punkt. Rund um den 16. April und damit noch vor Ostern soll es die konstituierende Gemeinderatssitzung geben und damit feststehen, wer künftig in Stadl-Predlitz auf dem Bürgermeistersessel sitzt.
ÖVP baute Absolute aus
Mit 62,8 Prozent konnte die ÖVP in Weißkirchen ihre absolute Mehrheit nicht nur halten, sondern sogar weiter ausbauen. Als Kandidat ging erstmals Markus Tafeit ins Rennen, Bürgermeister Ewald Peer führte zuvor gut drei Jahrzehnte die Gemeinde. „Ich habe mit diesem weiteren Zuwachs nicht gerechnet, freue mich natürlich aber sehr“, so Tafeit in seiner ersten Reaktion. Den Erfolg der Volkspartei führt er vor allem auf das gemeinsame Arbeiten für die Gemeinde zurück.
Der neue Gemeinderat soll am Mittwoch nach Ostern erstmals tagen. Doch schon in den kommenden Tagen will er sich mit den Vorsitzenden der anderen Fraktionen an einen Tisch setzen und gemeinsam unter die Planung für „300 Projekte für Weißkirchen“ fertigstellen. Nur am Wahlabend nimmt er eine kurze Auszeit: „Ich habe in den vergangenen Monaten unzählige Hausbesuche gemacht und war daher selten daheim. Jetzt freue ich mich schon sehr, wieder einmal bei meiner Frau und meinen Kindern zu sein.“
Die Ausgangslage zur Wahl
In den Bezirken Murtal und Murau hatten an diesem Wahlsonntag rund 82.500 Frauen und Männer die Möglichkeit, bei den Gemeinderatswahlen ihre Stimme abzugeben. Somit endet auch eine lange Zeit der Wahlkämpfe: Zum vierten Mal innerhalb von nicht einmal zehn Monaten waren die Steirerinnen und Steirer (nach Europa- sowie Nationalrats- und Landtagswahl) zu einem Urnengang aufgerufen.
805.173 Personen in 284 steirischen Gemeinden waren an diesem 23. März insgesamt wahlberechtigt. Gewählt werden konnte – ab frühestens 6.30 und bis längstens 14.30 Uhr – in 1125 Wahllokalen.
Gemeinderatswahlen 2020
Zur Ausgangslage: In den 14 Gemeinden im Bezirk Murau sind drei SPÖ-Bürgermeister im Amt, der Rest gehört der ÖVP an. Auch im benachbarten Murtal gibt es aktuell mehr ÖVP (12) als SPÖ-Gemeinden (8). Übrigens: Bei der Wahl am Sonntag werden die Mandate auf die wahlwerbenden Parteien verteilt, die Bürgermeister selbst werden in den kommenden Wochen vom Gemeinderat in den konstituierenden Sitzungen gewählt.
Nach den heutigen Gemeinderatswahlen könnten in der einen oder anderen Gemeinde andere politische Zeiten anbrechen. Es wird jedenfalls spannend.