Als Ende Februar die ersten Bilder vom Krieg in der Ukraine die breite Öffentlichkeit erreichten, ließ das Schicksal der tapferen Bevölkerung kaum jemanden kalt. Auch nicht Unternehmer Dieter Grebner aus Linz, der daraufhin nach einer Möglichkeit suchte, um seinen Beitrag zu leisten. Fündig wurde Grebner ausgerechnet in der Kleinen Zeitung, die Ende März eine Auktion ins Leben rief, um Spenden für die Ukraine zu sammeln. 80 prominente Persönlichkeiten stellten sich in den Dienst der guten Sache, so auch Ministerin Leonore Gewessler, die sich mit einer Windradbesteigung an der Auktion beteiligte.

"Das Ukraine-Thema hat mich sehr mitgenommen und Windkraft interessiert mich sowieso, das hat gut gepasst", sagt Grebner. Um rund 5000 Euro ersteigerte er deshalb die Windradbesteigung mit Ministerin Gewessler, die am Montag Realität wurde. Mit einem Shuttlebus ging es für Gewessler, Grebner und einen ganzen Tross an Begleitern vom Bahnhof Mürzzuschlag zum Windpark Pretul, der sich von der Amundsenhöhe über die Rettenegger Alm bis hin zum Schwarzriegelmoos erstreckt. Oben angekommen, wartete eines der 14 Windräder nur darauf, von den beiden erklommen zu werden. "Wenn man direkt darunter steht, sehen sie gar nicht so hoch aus", sagte Gewessler.

Die Daten der Windräder haben es aber in sich: Mit einer Nabenhöhe von 78 Metern und einem Rotordurchmesser von 82 Metern erzeugen die 14 Windräder so viel Energie, wie 22.000 Haushalte im Jahr benötigen. Doch mit Daten alleine war es an diesem Tag nicht getan, deshalb ging es für Gewessler und Grebner nach der Unterweisung durch Geschäftsführer Robert Nusser zuerst in das passende Geschirr – und dann hoch hinaus. "Wirklich beeindruckend, diese Aussicht", waren sich Gewessler und Grebner einig, als sie ihren Blick über die angrenzenden Wälder und Berge streifen ließen. Nach einer kurzen Pause und dem darauffolgenden Abstieg durch die enge Leiter wieder mit festem Boden unter den Füßen ausgestattet, stellte Gewessler fest: "Da ist man ganz schön außer Atem." Für Grebner hat sich seine Teilnahme an der Auktion "definitiv gelohnt, es war ein cooles Erlebnis und eine einmalige Chance".

Die zweite Windradbesteigung war es übrigens für Gewessler, die im Hinblick auf den Stellenwert der Windkraft sagte: "Jedes Windrad zählt." Entsprechend stolz war Nusser, von den weiteren Ausbauplänen erzählen zu können, soll der Windpark Pretul doch um vier – und zugleich modernere – Anlagen erweitert werden. Während die aktuellen 14 Windräder jeweils eine Leistung von drei Megawatt erreichen, wären es bei den neuen mit deutlich größeren Rotoren dann 4,2, womit man 7000 zusätzliche Haushalte mit Energie versorgen könnte.