Liegengeblieben auf der Überholspur einer italienischen Autobahn während eines Unwetters. Was nach einem Albtraum klingt, wurde für zwei Kindbergerinnen Anfang Mai Realität. Silvia Blecha und ihre Mutter Antonia Ebner waren gerade am Heimweg von einem Italien-Urlaub und befanden sich kurz vor Tarvis, da hat sich ihr Fiat 500X Hybrid ohne jegliche Vorwarnung auf einmal abgestellt.

Mit Warnweste um Hilfe gewunken

„Wir hatten Angst um unser Leben, die anderen Autos haben teilweise erst kurz vor unserem die Spur gewechselt und sind dann rechts an uns vorbei gerast“, erinnert sich Blecha, die nicht einmal ein Pannendreieck aufstellen konnte, weil sich beim Fiat der Kofferraum nicht mehr öffnen ließ. „Zum Glück hatten wir die Warnwesten vorne drinnen. Ich bin dann zwischen Auto und Leitplanke im Regen gestanden und habe damit gewunken.“ Weil der Verkehr so stark war, war auch ein Queren der dreispurigen Autobahn Richtung Pannenstreifen nicht möglich.

Eine defekte Batterie soll den Auto-Ausfall verursacht haben
Eine defekte Batterie soll den Auto-Ausfall verursacht haben © KK

Den Euro-Notruf hat Frau Blecha selbstverständlich sofort kontaktiert, nachdem dieser nach fast 40 Minuten nicht da war, auch noch ein zweites Mal. „Dann haben sie mir gesagt, dass es in Italien an einem Sonntagabend schon einmal länger dauern kann, dass man auf einer Autobahn abgeschleppt wird, aber es kommt bald ein Absperrfahrzeug, das den Verkehr umleitet“, erzählt die Kindbergerin.

Grazer Ehepaar als Rettung

Schließlich kam doch wer zu Hilfe, und zwar ein Pkw mit Grazer Kennzeichen. Ein Ehepaar aus der Landeshauptstadt blieb vor ihrem Fiat stehen, wie sich später herausstellte, handelt es sich dabei um Frau und Herrn Henn, die Blecha und ihrer Mutter helfen wollten. „Herr Henn hat sich mit seiner Warnweste ohne lang zu überlegen vor die Autos gestellt und den Verkehr umgelenkt, um uns zu schützen. Fast eine Stunde lang. Er war der Wahnsinn.“

Erst nach zwei Stunden soll der Abschleppdienst den defekten Fiat von der Straße gebracht und nach Udine abgeschleppt haben. Frau Blecha und ihre Mutter durften mit den Henns bis nach Graz mitfahren.

Nachdem ihr Auto in den Tagen danach von einem privaten Abschleppunternehmen wieder nach Österreich zurück gebracht wurde, stellte die Werkstatt fest, dass eine defekte Batterie für das Liegenbleiben des Hybrid-Fiats verantwortlich war. „Das geht mir überhaupt nicht ein, wir sind zuvor schon 300 Kilometer gefahren“, so Blecha, die sich auch nochmal bei den Henns bedanken möchte: „Diese Leute haben für uns ihr Leben riskiert, sie verdienen eine Auszeichnung.“