An einem regnerischen Sonntag Anfang September 1924 machten sich sechs Abenteurer aus Mariazell auf, das „Wetterloch“ am Herrenboden endlich genauer zu erkunden. Unter Einheimischen bereits längst bekannt, konnte die immense Tiefe dieses Lochs auf der Tonion nahe des Niederalpls damals lediglich erahnt werden – nämlich durch Steine, die hineingeworfen wurden und deren Widerhall durch das Aufprallen am Boden erst viel später zurückgekommen war als anderswo. Hans Wawricka wagte sich, mit drei langen Seilen ausgestattet, als Erster hinunter. Nach 110 Metern erreichte er den Boden und entdeckte einen fortsetzenden Weg.
Tonion-Höhlenschacht
Dort, wo die Fledermäuse hausen, wird seit 100 Jahren geforscht
Der „Fledermausschacht“ auf der Tonion galt zeitweise als zweittiefste Höhle der Welt. Obwohl schon vor 100 Jahren erstmals erkundet, hat er noch immer seine Geheimnisse.
© Lukas Plan