Zwei hohe sorgfältig aufgeschüttete Erdhügel links und rechts der Bahntrasse, eingefasst in einen braunen, wie einen Gürtel wirkenden verdichteten Erdwall. So zeigt sich die Baustelle für eine neue Übergangsbrücke für Fahrzeuge und Fußgänger im Bereich Foirach in Niklasdorf. Dahinter steckt die Vorbereitung für das Einheben einer Brücke im Juli dieses Jahres. 7,6 Meter hoch wird sie eine neue Verbindung schaffen, um eine gesicherte Querung der Gleise zu gewährleisten.
Im Dezember 2024 kollidierte ein Lkw im Bereich des alten schrankengeregelten Bahnübergangs mit einem herannahenden Güterzug, nachdem der Lkw-Lenker sein Fahrzeug auf den Gleisen angehalten hatte, weil er nach Beschädigungen am Anhänger schauen wollte. Ein fataler Schritt, denn plötzlich hatten sich die Schranken geschlossen, weil ein Güterzug in Anfahrt war. Der Lenker konnte sich in Sicherheit bringen, doch durch die Kollision des Zugs mit dem Lkw entstand an Gleisen und Infrastruktur ein Schaden, der in die Millionen Euro ging.
Spatenstich im August 2025
Im März 2025 war dann klar, dass es einen neuen Bahnübergang geben wird und knapp fünf Millionen Euro investiert werden, um in diesem Bereich Sicherheit zu schaffen. Im August wurden dann die Spaten ausgepackt und die Baustelle offiziell in Betrieb genommen. Zielvorgabe war damals, dass der neue Übergang spätestens Ende 2026 in Betrieb genommen wird.
„Wir sind voll im Zeitplan. Eine besondere Herausforderung ist immer die Abhängigkeit vom Wetter, besonders während der Schütt- und Verdichtungsarbeiten. Aber auch zur Verfügung stehende Sperrzeiten für Einhubarbeiten, die nur in der Nacht und an Wochenenden möglich sind, müssen bedacht werden, da sonst der laufende Betrieb zu sehr gestört würde“, erläutert ÖBB-Sprecherin Rosanna Zernatto-Peschel.
Stabilität und Tragfähigkeit
Der Aufbau für die Straße, um die erforderliche Höhe zu erreichen, erfolge mit sogenannter „Bewehrter Erde“. „Das ist ein Verbundkörper, bei der Erde oder Erdreich mit zusätzlichen Versteifungen (Bewehrung) so verstärkt wird, dass sie tragfähig und stabil bleibt – ähnlich wie Beton oder Stahlbeton, aber mit Erdmaterial als Grundstoff“, erklärt Zernatto-Peschel.
Die Fertigstellung des gesamten Bauprojektes ist bereits für Ende Oktober/Anfang November geplant. Die Stahlbetonbrücke wird als fertiges Teil geliefert und dann eingehoben. „Geplant ist – aus heutiger Sicht – die Nacht von 19. auf 20. Juli, um die Hauptphase des Einhubs durchzuführen“, avisiert Zernatto-Peschel.