Wer in Leoben nach Unterhaltung sucht, der ist im „Centertainment21“ im Stadtteil Lerchenfeld an der richtigen Adresse. Auf rund 1000 Quadratmetern werden Tischfußball, diverse Spielautomaten, eine Tischtennisplatte, neun Billardtische und zwölf Bowlingbahnen geboten. Hinter dem „Centertainment21“ steckt der 46-jährige Niederösterreicher Daniel Krebs, der das Bowlingcenter vor mittlerweile zehn Jahren eröffnete.
Die Idee, selbst solch ein Center zu betreiben, entstand eher zufällig bei einer Bowlingrunde in Wiener Neustadt. „Mein Freund war Bänker und hat mir erzählt, dass man damit viel Geld verdienen kann, vor allem wenn ich als Unternehmensberater und er als Bänker da noch einige Dinge optimieren“, erzählt Krebs. Daraufhin nahmen die beiden Kontakt zu Bowlinganbietern auf und begannen, nach einem geeigneten Standort zu suchen.
Über Umwege nach Leoben
Die Suche führte zunächst nach Mattersburg. In diesem Zusammenhang ergab sich die Möglichkeit, die Ausstattung des in Konkurs gegangenen Bowlingcenters in Leoben zu übernehmen.. „Das haben wir aber dann aus diversen Gründen nicht gemacht, sondern in Mattersburg neu gebaut. Dann war Leoben für mich eigentlich abgehakt“, so der Niederösterreicher.
Es sollte aber doch anders kommen: „Zwei oder drei Jahre später wurde ich von einer Firma auf den Erzberg eingeladen, bin bei Leoben-Ost abgefahren und bei der Halle vorbeigefahren. Dort stand zu verkaufen oder zu vermieten“, erinnert er sich. Nach Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Makler stellte sich heraus, dass auch das Inventar noch vorhanden war und übernommen werden konnte. „Und so sind wir dann nach Leoben gekommen“, sagt Krebs, der dem Standort aufgrund des großen Einzugsgebiets viel Potenzial zuschreibt.
„Viel Herzblut hineingesteckt“
Die Anfangsphase sei allerdings von geringem Budget und schleppendem Geschäft geprägt gewesen. „Wir haben da sehr viel Herzblut hineingesteckt, um einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen und das Center zu etablieren, da es zuvor bereits zweimal in Konkurs gegangen war“, erläutert der Geschäftsführer. Zwischen Februar und März 2020 konnte das Bowlingcenter schließlich seine erfolgreichsten Wochen verzeichnen. „Da haben wir gedacht, wir haben es geschafft, aber dann kam Corona und das war wieder ein herber Rückschlag.“
Während des Lockdowns nutzte man die Zeit, um das Konzept zu überarbeiten, zusätzliche Spielgeräte zu integrieren und Kosten zu optimieren. Nach der Pandemie habe sich das Geschäft wieder gut erholt, auch wenn die Sommermonate aufgrund des Wetters jedes Jahr eine Herausforderung darstellen: „Im Juni und Juli ist es oft kaum möglich, kostendeckend zu arbeiten“, so Krebs, der insgesamt acht Mitarbeiter beschäftigt.
Publikum quer durch die Bank
Die Zielgruppe des Bowlingcenters sei sehr breit gefächert: „Es geht vom Kindergeburtstag mit Volksschülern über Jugendliche mit 15 oder 16 Jahren und Studenten bis hin zu Firmenausflügen und ältere Leute, die hier gemütlich Billardspielen“, berichtet Krebs. Man überlege sich auch ständig Aktionen, um mehr Leute anzusprechen. Im immer stärkeren Rückgang der klassischen Nachgastronomie wittert Krebs auch eine gewisse Chance: „Die Jugend weiß vielleicht nicht mehr, was sie am Abend machen soll. Deswegen haben wir zum Beispiel den günstigeren Late-Night-Tarif an Freitagen und Samstagen eingeführt und das wird gut angenommen.“