Seine Welt dreht sich nicht um die Kunst. Nein, seine Welt ist die Kunst. Seit 50 Jahren waltet in Georg Brandners Universum seine schier unerschöpfliche kreative Kraft. Alles, aber wirklich alles hat im Leben des bildenden Künstlers aus Niklasdorf, der in Leoben geboren und aufgewachsen ist, mit dem Akt der Schöpfung zu tun – jeden Tag, jede Sekunde, mit jedem Atemzug.
70 Jahre alt wird Brandner heuer, und sein Tatendrang und sein Wissensdurst sind nach wie vor ungebrochen und bei Weitem noch nicht gestillt. „Ich stehe nach wie vor jeden Tag um 6 Uhr in der Früh im Atelier, bin noch immer gierig aufs Malen, habe noch immer eine Menge zu erzählen", erzählt Brandner.
„Frisch und agil“ wie eh und je
Er fühle sich „frisch und agil“, das künstlerische Werken betreibe er auch jetzt noch „nonstop“: „Ich hoffe, dass ich das noch lange machen kann. Ich kann nur sterben, aber aufhören mit dem Malen kann ich nicht“, bekräftigt Brandner mit starken Worten. Man spürt eindringlich: Dieser Mann meint es haargenau so, wie er es sagt.
Gedankliche Fesseln ließ sich Brandner ohnehin niemals anlegen, schon in der Kindheit und in der Schule mündete seine gesamte Energie im totalen Eintauchen in die Malerei: „Ich habe eine tolle Lehrerin gehabt, die sofort erkannt hat, dass sie mich besser für mich alleine hat malen lassen. Das war für alle gut“, erinnert sich Brandner schmunzelnd.
Verwegenes Leben als Freidenker
Sein handwerkliches Interesse und Geschick hätten ihm in seinem Werdegang gut in die Karten gespielt: Nach seiner Ausbildung zum Glaser in Leoben zog es ihn sehr bald in die wilde, bewegte Künstlerszene nach Graz, wo er in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren mit den Kunstschaffenden der Murmetropole das verwegene Leben eines Freidenkers genoss.
Brandner stammt aus einer Arbeiterfamilie, eine Tradition, die seine vielen Brüder weitertrugen. „Meine Mutter und mein Vater haben damals ganz sicher nicht verstanden, was mich angetrieben hat und wohin ich wollte. Aber sie haben es immer geschehen lassen und mich unterstützt“, meint Brandner. Das sei damals keineswegs selbstverständlich gewesen.
Fleißig und kompromisslos konsequent
Neben seinem Fleiß und der kompromisslosen Konsequenz, mit der Brandner sein künstlerisches Treiben zwischen der Malerei, der Grafik, den Skulpturen und den Arbeiten mit anderen Materialien wie Stahl und Glas verfolgte, habe er über die vielen Jahre auf treue Unterstützer und Förderer zählen können: „Ich habe auch zur richtigen Zeit die richtigen Leute kennengelernt“, sagt er.
Steinig war der Weg des Daseins als freischaffender Künstler dennoch gewesen: Brandner sind die Hochs und auch die Tiefs, mit denen man leben muss, wohlbekannt: „Ich habe aber immer, wenn es vielleicht einmal nicht so gut gelaufen ist, umso härter gearbeitet. Arbeiten, lernen, arbeiten. Und niemals nachlassen, anders geht es nicht.“
Und so füllt ihn die Kunst, sein „Hobby und Job“, nach wie vor voll aus. Am kommenden Donnerstag, dem 5. März, wird in der Galerie des ORF Steiermark eine Ausstellung mit aktuellen Werken mit einer Vernissage eröffnet. „Eine Ehre“, wie Brandner bemerkt, aber auch die habe er erwarten können: „Man braucht einen langen Atem, und mit Gewalt geht ohnehin nichts.“
Brandner ist weltweit gefragt
Brandners Kunst ist längst weltweit gefragt, seine Sammler und Galeristen sind über den ganzen Globus verteilt: Finanziell hat er sich ohnehin freigespielt. Er macht jetzt noch mehr, was er möchte. Viel Input bekommt der Künstler aus anderen Kulturen und der Lebensart anderer Nationen.
Auf seiner jüngsten Reise nach Südostasien hat Brandner seinen Zyklus „Travel Tattoos“ angefertigt, der derzeit in der Galerie Maringer in St. Pölten ausgestellt ist. Und am 30. April gibt es eine Vernissage im MuseumsCenter Leoben.