„Man kann in jeder Situation etwas machen“, postuliert Max Lercher zur Eröffnung des Neujahrstreffens in der Aula der Alten Universität in Graz. Es ist nicht das griffigste aller Bruno-Kreisky-Zitate, aber was soll‘s, der Landesparteichef will ja der SPÖ-Nostalgie abschwören: „Denn Nostalgie ist kein politisches Konzept.“ Wie schon am Parteitag kritisiert er seine Partei, die sich von den wirklichen Problemen der Menschen entfremdet habe: „wollen wir der Bevölkerung gerecht werden, müssen wir weniger selbstgerecht werden“, strapaziert er den Lercher‘schen Gassenhauer von der Lebensrealität der Steirerinnen und Steirer, der nunmehr der rote Kompass sei: „Die Wartezeiten im Krankenhaus, der Pflegeplatz, der Kindergartenplatz ...“ Darum möchte er sich kümmern. Und mit den Rechtspopulisten will er inhaltlich in den Ring steigen: „Nur die Abgrenzung ist kein politisches Programm.“ Man müsse sich dem „stellen, was die Bevölkerung von uns verlangt. Das ist nicht immer das, was wir uns in den Parteigremien wünschen“, so ein Seitenhieb.
Neujahrstreffen
Lercher nimmt Abschied von der SPÖ-Nostalgie
Der Chef der Landesroten eröffnet das Polit-Jahr in der Aula der Alten Universität in Graz mit Kritik an der eigenen Partei und Spitzen gegen Blau und Schwarz.
© Bernd Hecke