"Ja, ich glaube, ich habe gerade einen Lauf", grinst Gernot Passath: Der Künstler, den man unter dem Pseudonym Journey und vom Kollektiv Das Voyeur kennt, hat gerade erst mit der Citypeach-Wand unter der Hauptbrücke eine der prominentesten Flächen der Stadt gestaltet – mit Affen, seinen Lieblingsmotiven derzeit.

Und dann wurde er gestern, eben erst von der Arbeit an einem großen Kunstprojekt aus Wien angereist, noch zum Sieger des Leiner-Fassadenbewerbs gekürt. Das Möbelhaus hatte zum 50. Geburtstag – nach einer Idee von Standortleiter Robert Kogler – einen Graffiti-Bewerb ausgeschrieben, bei dem es um die Gestaltung zweier Außenflächen geht - auf einer 80 m² großen Wand der Restaurantterrasse im vierten Obergeschoß des Möbelhauses sowie einer rund 50 m² großen Wandfläche im Durchfahrtsbereich Traungauergasse. Dazu gibt es ein Preisgeld von 8000 Euro, die Kosten für die Kunstwerke traägt natürlich auch Leiner Graz.

Unter den fünf Finalistinnen und Finalisten waren drei Grazer, nämlich Florian Perl alias Seas, Gernot Passath alias Journey und Size Two. Dazu kommen die Künstlerin Siuz alias Siuz Kupfner aus Gars am Kamp und Farbio Farbig aus Dornbirn.

Die Jury mit den fünf Finalistinnen und Finalisten
Die Jury mit den fünf Finalistinnen und Finalisten
© Leiner/Edgar Knaack

Eine Entschädigung erhalten alle, die eingereicht haben: „Das war uns besonders wichtig“, sagt der CEO von kika und Leiner, Reinhold Gütebier, der für den Bewerb erstmals in einer Graffiti-Jury saß – u. a. mit Wolfgang Skerget und Eva Summer (City of Design) und Stadtbaudirektor Bertram Werle. Sämtliche Entwürfe werden zudem in einer Ausstellung im Einrichtungshaus präsentiert.

Das Siegermotiv sind wieder Affen – und zwar verschiedener Rassen. „Sie stehen für Diversität“, so Passath, der nun bald ans Werk gehen wird: Die Enthüllung erfolgt Ende Juni.

Die Siegerentwürfe werden ab dem Sommer bei der Einfahrt Traungauergasse und auf der Terrasse zu sehen sein
Die Siegerentwürfe werden ab dem Sommer bei der Einfahrt Traungauergasse und auf der Terrasse zu sehen sein
© Leiner/Edgar Knaack

Anderswo ist das Werk bereits fertig gesprüht: Die Kleine Zeitung hatte mit Cofo Entertainment ein Banksy-Motiv für die Hauswand verlost, das nun in der Mariatroster Straße zu bewundern ist. Anlass ist natürlich die Banksy-Ausstellung – diese ist noch bis 15. Mai im Citypark zu sehen.

Nächtliche, aber ganz legale Aktion: Ein Banksy-Motiv wurde an einer Hauswand in der Mariatroster Straße angebracht - die Besitzerin hatte es bei einem Kleine-Zeitung-Gewinnspiel gewonnen!
Nächtliche, aber ganz legale Aktion: Ein Banksy-Motiv wurde an einer Hauswand in der Mariatroster Straße angebracht - die Besitzerin hatte es bei einem Kleine-Zeitung-Gewinnspiel gewonnen!
© Cofo Entertainment
Das fertige Motiv in der Mariatroster Straße: Das "Girl with Balloons" fliegt auf der Hauswand
Das fertige Motiv in der Mariatroster Straße: Das "Girl with Balloons" fliegt auf der Hauswand
© Cofo Entertainment

Street Art Festival in Waagner-Biro-Straße 117 kommt

Immer bunter wird es auch in der Waagner-Biro-Straße 117: Die einstige Stahl-Eberhardt-Halle in der Smart City verwandelt sich zur Open Air Galerie, haben doch darin im „Raum“ einige Kreative vorübergehend Unterschlupf gefunden. Von 20 bis 22. Mai will man das nun nach außen tragen – bei einem Graffiti-Festival sind mehr als 70 Künstler dabei. Mehr auf jam.raum117.at

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