StarkregenHeftiges Unwetter brachte Überschwemmungen im Norden von Graz

Acht Feuerwehren sind im Einsatz, 90 Einsatzziele wurden allein im Bereich Gratkorn gemeldet. Es gab Ölalarm, ein Reh musste gerettet werden.

© Leserreporter
 

Ein heftiges Unwetter im Raum Graz sorgte am Freitag Nachmittag für heftige Überschwemmungen. Der Starkregen zog von Westen her mit Schwerpunkt Gratkorn über den Bezirk. In Gratkorn stand eine Unterführung unter Wasser. "Bis zu einem Meter hoch", schildert ein Leser der Kleinen Zeitung. Ein Autofahrer wurde davon offenbar überrascht und blieb mit seinem Pkw letztlich in der Unterführung hängen. Der Wagen konnte mittlerweile aber schon geborgen werden.

Auch weitere Unterführungen im Norden von Graz waren für den Verkehr gesperrt, die Polizei hatte sie abgeriegelt. Bis zu 70 Liter pro Quadratmeter hat es binnen kurzer Zeit geregnet, sagten private Messstationen.

Graz-Umgebung: Große Regenmengen

Siegfried Ullrich
Urs Harnik
Siegfried Ullrich
Siegfried Ullrich
Siegfried Ullrich
Siegfried Ullrich
Siegfried Ullrich
Siegfried Ullrich
Gepa/Wolfgang Grebien
Gepa/Wolfgang Grebien
Gepa/Wolfgang Grebien
Gepa/Wolfgang Grebien

Berndorf: Kleinbrand in einem Industriebetrieb.

BFVGU

Gratwein

BFVGU/Stessl

Hitzendorf

BFVGU/Brandauer

Judendorf-Straßengel

BFVGU/Pertzl

Judendorf-Straßengel

BFVGU/Tauschmann

Judendorf-Straßengel

BFVGU

Judendorf-Straßengel

BFVGU

Judendorf-Straßengel

BFVGU

Judendorf-Straßengel

BFVGU
AWÖ/Reinbacher
1/22

Seitens der Feuerwehren Steinberg-Rohrbach und St. Oswald bei Plankenwarth – St. Bartholomä mussten einige Bäume von den Straßen entfernt werden, etwa bei der die Landesstraße 382 in Rohrbach und am Oswalderberg von der Landesstraße 316 zu entfernen. Später mussten im Einsatzgebiet laut Hans Georg Benedikt Sicherungsarbeiten auf einem Dach eines Wohnhauses durchgeführt werden.

Die FF Judendorf-Straßengel (Gemeinde Gratwein-Straßengel) wurde zu insgesamt 15 Einsätzen alarmiert. Neben überfluteten Kellern waren wieder mehrere Tiefgaragen im Ort auszupumpen. Die Feuerwehr Gratwein (Gemeinde Gratwein-Straßengel) verzeichnete laut Kevin Stessel wegen überfluteter Unterführungen und mehrerer Keller Auspump- und Sicherungseinsätze.

Hotspot war wie erwähnt Gratkorn: Mehr als 130 Einsätze wurden im Rüsthaus der Feuerwehr Gratkorn-Markt notiert. Dadurch sah sich die Einsatzleitung veranlasst, zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung um Hilfe zu bitten. So rückten aus dem Abschnitt 6 die Feuerwehren Stattegg, St. Oswald bei Plankenwarth – St. Bartholomä, Stiwoll, Hitzendorf, Eisbach-Rein, Gratwein, Judendorf-Straßengel, und die BtF Sappi zur Hilfeleistung aus. Aus dem Abschnitt 1 kamen die Feuerwehren Semriach, Kleinstübing, Friesach-Wörth, Peggau und Weinitzen-Oberschöckl zum Einsatz, sodass letztlich 14 Feuerwehren mit 25 Fahrzeugen und etwa 140 Frauen und Männern in Gratkorn im Einsatz standen.

Während die Feuerwehren ihre Pumpen in Stellung brachten, wurde über die Florian-Station an die FF Gratkorn ein Brandmeldealarm in einem Industriebetrieb gemeldet. Unverzüglich wurden von der eigenen Feuerwehr die Arbeiten unterbrochen und auch einige freie Kräfte dorthin beordert. Wie sich herausstellte, kam es aus ungeklärter Ursache zu einem Kleinbrand, der aber rasch entschärft werden konnte.

Personen kamen nicht zu Schaden, aber zum Teil wurde Infrastruktur beschädigt. Wegen heftiger Sturmböen fielen auch Bäume um. Die Feuerwehr rettete auch ein Reh aus einer Wehranlage.

Trotz dieser Überschwemmungen verlief das kurze Unwetter relativ glimpflich, anders als jenes im Raum Voitsberg. Die Grazer Berufsfeuerwehr hatte zum Beispiel keinen einzigen Unwetter-Einsatz.

In Krieglach verursachte ein Blitz ein Riesen-Loch in einem Hausdach.

Auch in der südlichen Weststeiermark gab es Unwetter.

Neben einer Jugendlichen schlug ein Blitz ein: Hubschraubereinsatz

Am Abend dankte der für Katastrophenschutz zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer allen  Feuerwehrleuten für ihren Einsatz.

Am Samstag wird es dann allgemein deutlich kühler als in den Hitzetagen zuletzt. Die Temperaturen werden in Graz auf maximal 25 Grad steigen, mit Regenschauern ist vor allem am Vormittag weiter zu rechnen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

freizeitfreiheit
0
9
Lesenswert?

Wann...

...wird seitens der Gemeinde Gratkorn ENDLICH etwas für den Hochwasserschutz unternommen? Es kann und darf nicht sein, dass bei jedem stärkeren Regenguss der halbe Ort unter Wasser steht! Gemeindepleite hin oder her, aber HIER muss endlich etwas passieren!

Antworten
goje
0
4
Lesenswert?

wird nix passieren

offenbar nicht. das hat bei fb jemand unter den artikel geschrieben. - Die Unterführung in Gratkorn ist als „Auffangbecken“ nicht das große Problem. Wenn man sich die Dultstraße (Dultbach) und den Judendorfweg (Felberbach) anschaut, dann sieht man das ganze Ausmaß solcher Wetterereignisse. Die Anwohner werden von SPÖ, ÖVP und FPÖ Jahr für Jahr vertröstet, mit dem Hinweis darauf, dass man ja ein Rückhaltebecken in der Dult bauen wird. Das geht nun sicher schon 15 Jahre so. Außer großen Versprechen und Planungen ist nix passiert. Mein wiederholter Antrag in der Gemeinderatssitzung endlich Maßnahmen im Sinne eines mobilen Hochwasserschutzes für die Anwohner dort zu setzen, wurde von eben den genannten Parteien wiederholt abgelehnt. Schämen sollen sie sich!

Antworten
kropfrob
6
5
Lesenswert?

Erschrocken bin ich ...

... zunächst, als Bewohner des Nordens von Graz. Aber zu (meinem) Glück war das Unwetter nicht im Norden von Graz sondern nördlich von Graz.

Antworten
schebach
4
23
Lesenswert?

Unterführung

Es ist wohl klar, dass bei Starkregen sich in Unterführungen das Wasser sammelt. Und trotzdem fahren manche runter?

Antworten