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''Nicht regulär''Moschee in Graz: Interner Streit neu angeheizt

Neue Struktur, alter Konflikt: Der Streit innerhalb der bosnischen Gemeinde eskaliert weiter. Die Vorwürfe: „nicht reguläre“ Sitzungen und knallharte Machtpolitik der Führung.

Bosnische Moschee Graz
So soll die Moschee in der Grazer Laubgasse aussehen, wenn sie fertig gestellt ist © GSP Architektur
 

Es hätte ein Befreiungsschlag werden sollen, hat aber nur zu einer kurzen Verschnaufpause gereicht. Vor Kurzem hat sich die bosnische Gemeinde, die gerade die größte Moschee der Steiermark in der Grazer Laubgasse baut, eine neue Struktur gegeben. Das Ziel des Vorstandes rund um Mahdi Mekic: Den Streit um die intransparente „Stiftung Frieden“ beizulegen und Ruhe in die Gemeinde einkehren zu lassen.

Funktioniert hat es aber nur im ersten Punkt: Künftig wird nicht nur ein kleiner Kreis, sondern die gesamte Gemeinde ein Mitbestimmungsrecht bei der Stiftung haben, in der ja das gesamte Vermögen der Gemeinde liegt – auch die Moschee selbst. „Das begrüßen wir mit großer Freude“, sagt Adis Draganovic.

Ansonsten hält sich die Freude bei Draganovic in engen Grenzen. Er und mehrere Mitstreiter, die sich seit Jahren in der Gemeinde engagieren, kündigen an, „rechtliche Schritte einleiten zu müssen“. Sie werfen Vorstand Mekic vor, nur seine Macht absichern zu wollen.

Die zwei Knackpunkte: Erstens sei jene Sitzung, in der die neue Struktur beschlossen wurde, „nicht rechtmäßig“ abgelaufen – kein Finanzbericht, keine Ausweispflicht bei der Stimmabgabe. Knackpunkt zwei: Die bisherigen Gemeindemitglieder werden in den Verein „Interkulturelles Zentrum Graz“ übertragen. Dort wird dann der Vorstand neu gewählt – aber nicht alle sind wahlberechtigt. Mekic hat nämlich die Kategorie „außerordentliche Mitglieder“ eingeführt. Das sind jene, die zwar regelmäßig ihren Mitgliedsbeitrag zahlen, sich aber „an der Vereinsarbeit nicht regelmäßig beteiligen“. Sie sind nicht stimmberechtigt. Wer ordentliches und außerordentliches Mitglied ist, entscheide der Vorstand – also Mekic selbst, so Draganovic.

Es haben zuletzt Leute bei Wahlen mitgestimmt, die unserer Gemeinde eigentlich fremd sind.

Mahdi Mekic

Mekic weist die Kritik zurück. „Bei der Sitzung war mit Esad Memic der Vizepräsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft präsent, damit alles ordnungsgemäß läuft.“ Und die außerordentlichen Mitglieder? „Es haben zuletzt Leute, die unserer Gemeinde eigentlich fremd sind, bei Wahlen mitgestimmt. Sie haben kurz vor einer Wahl ihren Beitrag gezahlt, nur damit sie abstimmen können.“ Das will Mekic unterbinden. Für ihn wichtig: Der Vorstand schlägt nur vor, wer außerordentliches Mitglied ist, „die Letztentscheidung hat die Generalversammlung“.

Der interne Konflikt geht damit in die nächste Runde. Wann die Wahl zum neuen Vorstand ansteht, ist offen, jedenfalls noch im Sommer.

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