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Graz

Mountainfilmfestival beginnt mit Extremhöhenradlern

Extremradeln bildet den Schwerpunkt zum Auftakt des fünftägigen Mountainfilmfestivals Graz bis Samstag (14.11.) im Dom im Berg. Ein Höhepunkt wird wohl die Dokumentation über den Höllenritt des Steirers Jacob Zurl.

EXTREMRADSPORTLER JACOB ZURL VOR HIMALAYA-�BERQUERUNG
Mit dem Rad über den Himalaya: Jacob Zurl © (c) APA/RAOUL KOPACKA (RAOUL KOPACKA)
 

Neben Martin Winklers Surfer-Kurzfilm "Mind Surf Monday" eröffneten Thomas Hillebrandts "Chile Challenge" über des Deutschen Guido Kunze Tour auf die Kordillere sowie Lokalmatador Jacob Zurl: Der Steirer erklomm per Rad "The High Road - nonstop across the Himalaya".

Aus Zurls Höllenritt über die höchste Bergkette der Welt machten Nils Kaltschmidt und Vincent Seidl einen 27-Minuten-Streifen, der in der Kategorie "Sport in Berg- & Naturräumen antritt. "Ich habe keine Ahnung gehabt, worauf ich mich da einlasse", so Zurl vor Beginn seiner Recherchen. Auf jeden Fall auf eine großartige, gnadenlose Landschaft und ein gewagtes Abenteuer: Zahlreiche Lkw-Wracks liegen neben und unter der über 480 Kilometer langen, 13.500 Höhenmeter überwindenden Straße, die schließlich auf 5.359 Meter führt. Eine australische Bikerin bekommt auf der High Road einen Lachanfall, als sie Zurl fragt, wie lange der denn einplane: "Two days?! What kind of bike you have?" Es ist nicht das Rad, es ist der Wille, der den Steirer weitertreibt, obwohl ihm das Scheitern schon ins erschöpfte Gesicht geschrieben steht, wenn er im Teambus kurz ausruht. Aber dann ist's geschafft: Acht Himalaya-Pässe hinter sich gebracht - auf einer Strecke, die schon Autofahrern alles abverlangt.

Der Fahrrad-Tanz auf dem Vulkan

Ähnlich in der Machart und auch in der Landschaft, der sandigen hochalpinen Felswüste der Atacama ist die Doku von Thomas Hillebrandt angesiedelt. Wie Zurl kämpft auch der deutsche Extremsportler Guido Kunze in "Die Chile-Challenge - mit dem Fahrrad auf den höchsten Vulkan der Erde", den rund 6.900 Meter hohen Ojos del Salado, mit den Tücken der Höhe. Die dünne Luft, Kälte, Erschöpfung, raues Terrain. 52 Minuten lang quält sich Kunze in der Kategorie "Sport in Berg- & Naturräume" nach oben - ob er vor lauter Anstrengung je einen Blick für die bizarre Mischung aus Stein, Schnee, Eis und Sand unter blauem Himmel hatte? Teils wohl nicht - sogar in der Nacht quält er sich bergwärts, im Scheinwerferlicht des Geländewagens seiner Betreuer. "Echt brutal", ringt er um Atem. Brutal, wie er mit sich umgeht, in brutal faszinierender Bergwelt. Und welch brutal gute Bilder Hillebrandt heimbrachte.

In "Mind Surf Monday" in der Kategorie "Alpinismus & Expeditionen" verbindet Martin "McFly" Winkler seine zwei Passionen: Reiten auf Wellen und Schnee. "Alle Menschen träumen, aber nicht gleich" - daraus machte der Extremsportler in eigener Regiearbeit ein geschmeidiges Gespinst des Gleitens über Berg- und Wellenkämme. Man kennt die Mountainfilm-Bilder seit Jahrzehnten zur Genüge, das aus der Distanz betrachtet scheinbar mühelose Hinabschwingen über verschneite Hänge - und doch wünscht man sich, der (Kurz-)Film möge nicht nur knapp fünf Minuten dauern.

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