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"L'elisir d'amore"

Buntes Getümmel in der Grazer Oper

Damiano Michieletto inszenierte schlüssiges Spektakel. Musikalische Umsetzung lässt kaum Wünsche offen.

© Werner Kmetitsch
 

Zwischen gelber Strandbar, unzähligen Sonnenschirmen und munter herumtollenden Badegästen siedelt Regisseur Damiano Michieletto seine Version von Gaetano Donizettis "L'elisir d'amore" an. Die äußerst spielfreudigen Sänger tragen das durchaus schlüssige Konzept mit, und das Publikum hatte bei der Premiere am Samstagabend in der Grazer Oper unüberhörbar Spaß. Dabei ging fast ein wenig unter, das die Aufführung auch musikalisch auf hohem Niveau lief.

Die schöne Adina betreibt eine Bar am Strand, Nemorino ist für die Reinigung der Anlage zuständig, Belcore kommt als flotter Marinesoldat und Dulcamara ist ein windiger Vertreiber von Energy-Drinks und Drogen. Daneben gibt es jede Menge bunt gekleidete Strandbesucher, eine Fitnessgruppe und dann auch noch eine riesige, aufblasbare blaue Rutsche mit integrierten Plastikpalmen (Bühne: Paolo Fantin). Nemorino ist nach dem Genuss des "Liebestrankes" - hier ein blaues Getränk, aufgepeppt mit Kokain - sichtlich entspannt und macht so lange mit leichtbekleideten Mädchen Schaumparty, bis ihn Adina auch endlich haben will und alles gut wird. Zuletzt wird der leichtlebige Marinesoldat Belcore als vermeintlicher Dealer abgeführt, Dulcamara klaut noch schnell eine knallrote Vespa und dem jungen Glück von Adina und Nemorino steht nichts mehr im Weg.

So schrill und bunt das auch alles gemacht ist, ist es doch in jedem Augenblick in sich schlüssig. Ob es einem gefällt oder nicht, ist sicher Geschmackssache, aber in dieser Version stimmt alles zusammen, keine Aktion wirkt aufgesetzt. Regisseur Michieletto, der im Sommer bei den Salzburger Festspielen "La Boheme" inszenierte, konnte sich dabei auf Sänger stützen, die dem Konzept auch darstellerisch Leben einhauchten. Wobei die Musik vor den ständigen Aktionen fast ein wenig ins Hintertreffen geriet, auch wenn Jose Miguel Esandi am Pult mit sicherer Hand dafür sorgte, dass das heitere Durcheinander auf der Bühne zumindest musikalisch immer wieder geordnet wurde. Das Finale des ersten Aktes wurde dadurch zu einem luftigen, klaren Gebilde und ließ aufhorchen, wie auch einige ruhigere Momente, von denen es freilich nicht allzu viele gab.

Margareta Klobucar überzeugte mit sicher geführter Stimme und schönen Bögen, sie stellte eine praktische, selbstbewusste Adina auf die Bühne, die trotzdem empfänglich für Komplimente aller Art ist. Ein sympathischer, fröhlicher Nemorino war Antonio Poli, der bei "Una furtiva larima" zeigen konnte, dass er nicht nur ein stimmlich sicherer Spaßvogel ist, sondern auch über Schmelz und Ausdruck verfügt. Wilfried Zelinka ließ als gerissener Dulcamara darstellerisch bis hin zur kleinen Travestieshow nichts aus und sang nebenbei auch noch ausgezeichnet, Andre Schuen zeigte Belcore als unverbesserlichen Macho, stattete ihn aber mit schönen Tönen aus. Tatjana Miyus als quirlige Gianetta ergänzte die launige Truppe.

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