Es ist eine Grundsatzfrage: Hat sich Graz in den vergangenen Jahren in die richtige oder in die falsche Richtung entwickelt? Das wollte Peter Hajek von den 615 Menschen wissen, die er im Auftrag für die Kleine Zeitung im Vorfeld der Graz-Wahl befragt hat. Das Ergebnis: 47 Prozent aller Befragten sind zufrieden, 37 Prozent nicht. 16 Prozent wollten sich nicht festlegen.
„Diese Zahlen sind nicht bahnbrechend“, so Meinungsforscher Hajek, „aber angesichts der generellen Stimmung im Land ist das doch positiv für die Koalition.“ Und wichtig für den Wahlkampf: „Eine Wechselstimmung gibt es derzeit nicht.“
Grün-Wähler haben die höchsten Zufriedenheitswerte
Geht man ins Detail, zeigt sich: Es sind vor allem die Wähler der Koalitionsparteien sowie der Neos, die die Entwicklung in der Stadt als überwiegend richtig empfinden. Am stärksten ist die Zustimmung unter den Grün-Wählerinnen und -Wählern, satte 79 Prozent sind mit der Entwicklung zufrieden, nur sieben nicht. Ähnlich stark sind die Zustimmungswerte bei KPÖ- und SPÖ-Wählern, auch bei Neos-Leute ist der positive Saldo noch mit 11 Prozentpunkten im Plus.
Völlig konträr dazu das Empfinden bei ÖVP- und FPÖ-Wählern. 60 beziehungsweise 69 Prozent sehen eine negative Entwicklung für Graz. Hat ÖVP-Chef Kurt Hohensinner dann doch die richtige Strategie, wenn er seine Kampagne unter das Motto „Graz braucht einen Kurswechsel“ stellt? „Für die bestehenden Wählerinnen und Wähler ja“, so Hajek. „Aber ob er damit Unentschlossene gewinnen kann“, das sei eine andere Frage.
KPÖ liegt laut Umfrage deutlich voran
Fraglich auch, ob die hohen Zufriedenheitswerte grüner Wähler sich am Ende entscheidend im Wahlergebnis niederschlagen werden. Wie berichtet, kommen die Grünen unter Vizebürgermeisterin Judith Schwentner in der Sonntagsfrage nur mehr auf 14 Prozent und könnten das Rekordergebnis von 2021 (17,3 Prozent) nicht halten. Laut Umfrage startet die KPÖ mit Zugpferd Elke Kahr mit 31 Prozent in den Wahlkampf, die ÖVP folgt auf Platz zwei mit nur 20 Prozent, dicht gefolgt von der FPÖ mit dem unbekannten Spitzenkandidaten René Apfelknab. Die SPÖ liegt in der Umfrage nur mehr bei acht Prozent, gleichauf mit den Neos.