Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Areals der stillgelegten Rösselmühle und der Postgarage im Bezirk Gries schreibt ein Rahmenplan fest, den die Stadt Graz in Abstimmung mit den Eigentümern der Liegenschaften ausgearbeitet hat. Am Donnerstag soll der Rahmenplan nun im Gemeinderat beschlossen werden.
Im Vorfeld meldeten sich, wie bereits berichtet, die Bürgerinitiativen „Komitee Rösselmühle“ und „Mehl, Gries, Beton“ kritisch zu Wort. Diese Woche wurde nun auch eine Online-Petition gestartet. Für die Forderung „Nein zum Rahmenplan Postgarage“ sucht man damit Unterstützer.
Aus für Postgarage befürchtet
Aktivbürger fürchten unter anderem, dass der Bau von Wohnungen am Areal das Aus für die Postgarage als Veranstaltungsort bedeuten könnte. „Es drohen Nutzungskonflikte, die den Veranstaltungsort Postgarage in seiner wirtschaftlichen Existenz bedrohen“, heißt es dazu in der Petition. Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung stellt Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) dazu klar: „Nichts liegt mir im Zusammenhang mit dem Rahmenplan ferner, als die Postgarage als Club zu verlieren. Sie ist eine wichtige kulturelle Institution für Graz und ein prägendes Element dieses Quartiers. Genau deshalb ist ihr Erhalt im Rahmenplan festgeschrieben.“
Das Gebäude selbst ist denkmalgeschützt. Die Club- und Veranstaltungsnutzung werde im Rahmenplan als besondere Qualität für das Quartier hervorgehoben und ihre Weiterführung ausdrücklich empfohlen, so die Vizebürgermeisterin. Sie verweist auf Maßnahmen, die im Rahmenplan festgeschrieben wurden, um ein konfliktfreies Nebeneinander von Club und Wohnbau zu ermöglichen: ausreichende Abstände neuer Gebäude zur Postgarage, keine Balkone in Richtung Postgarage, bauliche Schallschutzmaßnahmen bei zukünftigen Gebäuden.
Rösselmühle und Postgarage gehören nicht der Stadt
Auch wenn Bürgerinitiativen den Rahmenplan kritisch sehen, bricht Schwentner abermals eine Lanze dafür: „Ohne einen solchen Rahmen hätte die Stadt deutlich weniger Möglichkeiten, die Entwicklung des Areals aktiv mitzugestalten“. Was man gleichzeitig deutlich herausstreicht: Rösselmühle und Postgarage gehören nicht der Stadt, die Liegenschaften sind in privaten Händen. Sollen die Wünsche der Stadt für die Entwicklung des Areals umgesetzt werden, wird sie mit den Eigentümern einen Kompromiss finden müssen. Ein Trumpf, den die Stadt dabei in der Hand hat: Wohnungen können vor Ort nur gebaut werden, wenn davor die Flächenwidmung geändert wird.