Die Ölpreise sind bereits nach oben geklettert, aber bleiben sie das auch? Oder wird das schwarze Gold noch teurer? Die mittel- und langfristigen Folgen des Irankrieges sind aktuell nur schwer abzuschätzen. Um auf Nummer sicher zu gehen, verschafft sich die Stadt Graz daher einen millionenschweren Sicherheitspuffer im Budget, um für mögliche Mehrkosten gerüstet zu sein.

Allein die Busse der Graz-Linien verfahren pro Jahr rund sechs Millionen Liter Diesel, die Straßenbahnen verbrauchen 17 Millionen KWh, dazu kommt der restliche Energieverbrauch im Haus Graz. Bereits 2022, mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine, hat man die Auswirkungen unmittelbar zu spüren bekommen und war mit Millionenmehrkosten konfrontiert. So weit ist es jetzt noch nicht, aber Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) will gerüstet sein.

Graz will sich für Verwerfungen auf den Energiemärkten budgetär wappnen

„Wir wollen vorausschauend handeln und lassen vorsorglich Instrumente zur Liquiditätssicherung ausarbeiten“, so Eber. „Es geht darum, für mögliche Verwerfungen auf den Energiemärkten gewappnet zu sein und die Handlungsfähigkeit der Stadt jederzeit sicherzustellen.“ Die Finanzdirektion wurde beauftragt, ein Paket mit einem Volumen von fünf bis sieben Millionen Euro zu schnüren, das als finanzieller Puffer dient, auf das man im Fall des Falles zurückgreifen kann.

Wo soll gespart werden? Konkrete Ideen will man noch nicht verraten, nur ein Punkt gilt als fix: Die Sparbücher der einzelnen Ressorts, auf die die Abteilungen zweimal im Jahr zugreifen können, werden zumindest zu einem Teil eingefroren werden. Mit der Option, im Bedarfsfall das Geld ins allgemeine Budget überzuführen.

Grundsätzlich sieht sich Eber durch die „militärische Eskalation“ bestätigt, die strategischen Investitionen in den Energiebereich fortzuführen. Sei es der Bau des Energiewerks (Müllverbrennungsanlage) oder die Umsetzung des Photovoltaik-Masterplans. „Jeder Schritt in Richtung Energieautarkie ist auch ein Schritt zu mehr Stabilität für unsere Stadt. Unsere Investitionen sind nicht nur klimapolitisch richtig, sondern auch ökonomisch vorausschauend“, so Eber.