Es gab Zeiten, da wurde die Wahl der grünen Liste richtiggehend zelebriert. Um jeden einzelnen Listenplatz wurde öffentlich bei Kampfabstimmungen gerungen, so mancher Parteigrande wurde von der Basis so vor aller Augen gnadenlos nach hinten durchgereicht. Bei manchen Grünen ist etwa die interne Abstrafung des damaligen Klubchefs Gerhard Wohlfahrt noch in Erinnerung, der 2017 erst auf einen aussichtslosen Listenplatz gewählt wurde.
Diesmal haben es die Grünen anders gemacht, ihr Wahlkonvent war nicht medienöffentlich. Am Modus der Kampfabstimmung für die Plätze zwei bis zwölf hielt man allerdings fest. Und der brachte kleinere Überraschungen mit sich: Platz zwei hinter Spitzenkandidatin und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sichert sich Anna Slama mit ihrem Frauen- und LGBTQIA+-Schwerpunkt. Auf Platz drei folgt Tristan Ammerer, dem genauso Chancen für die neue Klubführung eingeräumt werden wie Zeynep Aygan-Romaner, die aber erst auf Platz sechs gewählt wurde.
Grüne Wahlliste: Erstes Gesicht auf Platz vier
Aktuell haben die Grünen einen Sitz in der Stadtregierung und neun im Gemeinderat, was dem bislang historisch besten Wahlresultat mit 17,3 Prozent zu verdanken ist. Die Latte liegt also hoch, noch dazu mit einem Kurs in der Verkehrspolitik, der klare Prioritäten setzt und polarisiert. „Mit diesem Team werden wir gewährleisten, dass die steigende Zufriedenheit mit der Stadtentwicklung bei allen ankommt“, ist Schwentner jedenfalls sicher. „Eine Stadtentwicklung, in der Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit weiter Hand in Hand gehen – die gibt’s nur mit uns Grünen.“
Mit dem Abgang von Karl Dreisiebner, Manuela Wutte und Christian Kozina-Voit war viel Platz für neue Gesichter. Das erste kommt auf Platz vier mit Barbara Sima-Ruml. Die „Vierrad-Diva“ – unter diesem Namen macht die Rollstuhlfahrerin unter anderem Podcasts zum Thema Barrierefreiheit – ist grün-intern freilich bekannt, war sie doch auch schon auf der Liste zur Landtagswahl auf Platz sieben. Mit Valentin Gritsch ist der aktuelle Bezirksvorsteher von Jakomini auf Platz zehn.
Damit fehlen noch ÖVP, Neos und KFG, die ihre Listen erst schnüren müssen. Die KPÖ hat ebenfalls heute Bürgermeisterin Elke Kahr als Spitzenkandidatin bestätigt, die SPÖ hat bereits im Herbst Doris Kampus mit nur 73 Prozent interner Zustimmung ins Rennen geschickt. Die FPÖ hat ihre Top 15 am Freitag präsentiert.