Der Großteil der Hallen ist leer und ab dem zweiten Stock längst tabu. Wobei die rot-weiß-roten Absperrbänder gut zur gedrückten Stimmung passen – an diesem Mittwoch, wenn traurige Geschichte geschrieben wird: Der 29. Jänner 2025 ist der allerletzte Verkaufstag bei Kika/Leiner, auch die letzten beiden steirischen Standorte in Graz schließen für immer. Noch einmal kommen Kunden in die Grazer Annenstraße, um beim Leiner nach dem Rechten... na ja, nach Schnäppchen zu sehen. Viele verbinden schöne Erinnerungen an das Möbelhaus, das hier in der Nähe des Grazer Hauptbahnhofs im Jahr 1971 eröffnet wurde.
„Meine Mutter hat hier die erste Küche gekauft“, erinnert sich etwa Monika Maitz, die auch noch einmal vorbeigekommen ist. Sie habe sich hier immer wohlgefühlt, daher sei es auch „ein Schock“ gewesen, als im Dezember das endgültige Aus verkündet wurde. Gleich neben ihr beugt sich an diesem Mittwoch Beate Senekowitsch über einen der Wühlkörbe, der noch übrig geblieben ist. Auch für sie sei es „immer eine Freude“ gewesen, beim Leiner „zu schmökern und einzukaufen“. Dass es das ab sofort nicht mehr spielen wird, stimme sie ebenfalls nachdenklich.
„Nur traurig“ nennt es auch eine der Mitarbeiterinnen. So wie ihre Kolleginnen möchte sie sich hier nicht mit Namen und Foto wiederfinden, sie sagt aber: „Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so weit kommt.“ Sie gehöre zum Stammpersonal beim Leiner, „das Arbeitsklima war auch immer familiär“, und dann das. Wenigstens in der Stiftung, die für alle Mitarbeiter eingerichtet wurde, werde sie „wirklich gut“ betreut.
Sowohl in der Annenstraße als auch beim Kika in Graz-Webling werden noch letzte Waren angeboten. Vorhangstoffe, Aktenordner, Häferln um einen Euro und eine „frei hängende Lampe“ um 90 Euro. Bis 18.30 Uhr. An diesem 29. Jänner 2025, wenn traurige Geschichte geschrieben wird.