„S.O.S. – büchersegler in Seenot“ meldet sich das Buchgeschäft am Grazer Mariahilferplatz in den sozialen Medien: Man sei in stürmische See geraten, die immer weiter steigenden monatlichen Fixkosten und Lieferantenrechnungen würden sich aus dem Verkauf der Bücher nicht mehr finanzieren lassen. „Und das trotz der besten und treuesten Kundschaft, die es gibt. Und die wir haben“, schreiben Kapitänin Beatrice Baumann und ihre Crew in einem Posting.

2019 wurde das Geschäft vom Bundeskanzleramt und dem Hauptverband des österreichischen Buchhandels zur „Buchhandlung des Jahres“ 2019 gekürt. „Lesenswertes, Schönes und Widerständiges wird im Rahmen kompetenter Beratung im Laden und über den Webshop an die Leser:innen gebracht.“ Baumann hatte zur Kleinen Zeitung anlässlich der Auszeichnung auf die Frage, wie sie sich gegen Amazon & Co behaupten könne, gesagt: „Ich versuche, ein Erlebnis für meine Kunden zu schaffen und sie zu überraschen.“

Nun musste im Mai über das Geschäft aber ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet werden. Die Gründerin ist aber fest entschlossen, „nicht einfach so von Bord“ zu gehen. Die Buchhandlung und deren junger Verlag, das „PapierBoot“, sollen erhalten bleiben. Einerseits will man eine Crowdfunding-Kampagne starten, mit der die „Navigation in beständige Fahrwasser gelingen“ soll, andererseits hofft man auf bessere Einkünfte mit einer größeren Auswahl an Papeterie- und Kreativ-Waren, die es künftig im Geschäft geben soll. Die erste Ladung würde bereits ansegeln.

Bücher kann man nach wie vor im Geschäft bestellen, die Bestellungen müssen allerdings als Sammelbestellungen durch den Masseverwalter durchgeführt werden, was zu Verzögerungen führen könne.

Die Büchersegler-Crew hofft auf Unterstützung der Kundschaft, um doch noch weitermachen zu können. Der Appell: „Bitte weitersagen. Teilen. Im Laden vorbeischauen.“ Und: „Bleibt an Bord. Ahoi!“